Energie

Zwei Drittel des Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen

Die Sonne anzapfen, um Energie zu gewinnen: Solaranlagen können nach Ansicht von Experten in wenigen Jahren zehn  Prozent des Strombedarfs in Deutschland abdecken.

Die Sonne anzapfen, um Energie zu gewinnen: Solaranlagen können nach Ansicht von Experten in wenigen Jahren zehn Prozent des Strombedarfs in Deutschland abdecken.

Foto: imago stock

Herne.   Die Stadtwerke setzen auf einen Energiemix, aber umweltfreundliche Varianten haben den größten Anteil. Reinen Öko-Strom gibt’s nur zum Aufpreis.

Die Proteste gegen und für den Braunkohletagebau haben die Diskussionen um eine Energiewende in Deutschland verschärft. In Herne sind die Stadtwerke mit Abstand der größte Stromanbieter, haben nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 82 Prozent im Privatkundengeschäft. Woher bezieht der Dienstleister seinen Strom, wie sieht es mit „Öko-Strom“ und umweltfreundlichen Produkten aus?

Stromlieferung

Während in früheren Jahren Stadtwerke landauf, landab häufig feste Vorlieferanten wie beispielsweise RWE hatten, werde heute über Energieplattformen im Internet der Strom eingekauft, erläutert Pressesprecherin Angelika Kurzawa. Angesichts des Wettbewerbs, in dem sich das heimische Unternehmen befinde, komme es darauf an, Strom zu günstigen Preisen zu bekommen. Mehrere Mitarbeiter seien eigens damit befasst, die Entwicklung der Märkte zu beobachten. Es werden „Strompakete“ in unterschiedlichen Größenordnungen und mit verschiedenen Laufzeiten erworben. Die genauen Mengen seien stets vom zu erwartenden Bedarf abhängig, erklärt Kurzawa.

Stromquellen

Kunden stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten offen: Beim so genannten „grauen Strom“ liefert ein Mix an unterschiedlichen Quellen die Elektrizität. Dazu gehören Kohle, Atom, Gas sowie erneuerbare Energien. „Grüner Strom“ stammt ausschließlich aus regenerativen Energien.

Die Herkunft des „grauen“ Stroms der Herner Stadtwerke sieht wie folgt aus: 5,1 % Kernkraft, 21,4 % Kohle , 9,8 % Erdgas , 0,7 % weitere fossile Energieträger und 63 % erneuerbare Energien. Mit der Quote der umweltfreundlichen Alternativen liege, betont Kurzawa, das Unternehmen deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der 32 Prozent betrage. Die Stadtwerke wollen mit dem vergleichsweisen hohen Anteil ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz setzen, hebt Angelika Kurzawa hervor.

Mit dem „grünen Strom“ bietet sich die Alternative, ganz auf Öko zu setzen, speisen sich die Mengen doch ausschließlich aus erneuerbaren Energien. Der Kunde zahlt allerdings in diesem Fall einen Aufpreis von einem Euro pro Monat, erhält aber, wie die Sprecherin erläutert, dafür die Garantie, dass es sich auch wirklich um Ökostrom handelt. Er wird in mehreren norwegischen Wasserkraftwerken erzeugt, die nach Angaben der Stadtwerke alle vom deutschen TÜV geprüft sind. Der Stadtwerkeverbund EWMR, zu dem der Herner Versorger gehört, hat die Verträge vor längerer Zeit geschlossen.

Wer bereit ist, weitere zwei Euro pro Monat zu zahlen, unterstützt den „Plus-Fonds“ der Stadtwerke und fördert damit weitere Aktionen zum Klimaschutz vor Ort, beispielsweise Solaranlagen auf den Dächern der Mont-Cenis-Gesamtschule, dem Haranni-Gymnasium, der Gesamtschule Wanne-Eickel und der Künstlerzeche. Die Zahl der Kunden, die Ökostrom beziehen, liegt derzeit bei 1800, so Kurzawa.

EEG-Gesetz

Das Gesetz für Erneuerbare Energien hat zum Ziel, diese auszubauen und zu fördern. Netzbetreiber sind seither verpflichtet, Strom, der mit Sonne, Wind und Wasser gewonnen wird, vorrangig in das Stromnetz einzuspeisen. Wer beispielsweise Photovoltaikanlagen oder Windräder betreibt, hat damit das Recht, erklärt die Sprecherin, dass der Strom auch abgenommen wird. Derzeit liefern EEG-Anlagen 43,7 Prozent des Stadtwerke-Stroms. Zudem betreibt das Unternehmen aber auch eigene Anlagen, unter anderem auf den Dächern der Akademie Mont Cenis und des Archäologischen Museums. Zudem sind die Stadtwerke am Offshore-Windpark Borkum beteiligt.

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