Therme

Zu knappe Bikinis im Schwimmbad: Das sagt Herner Bäderchef

In den Herner Bädern gibt es kein Verbot für zu knappe Bikinis.

In den Herner Bädern gibt es kein Verbot für zu knappe Bikinis.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Herne.  Eine Duisburger Therme hatte zu knappe Bikinis verboten. Wie Herner Bäder mit dem Thema umgehen und warum Burkinis auch eine Rolle spielen.

Zu knappe Bikinis haben vor wenigen Tagen in Duisburg für viel Aufruhr gesorgt. Ein Schild in der Niederrhein Therme sprach ein Verbot aus. Die Berichterstattung brachte der Therme viel Ärger ein – nur wenige Tage später entfernte das Bad das Schild.

Doch wie handhaben es die Herner Bäder? „Das ist kein Thema bei uns“, sagt Lothar Przybyl, Chef der Herner Bädergesellschaft auf Anfrage der WAZ. Ihm seien keine Beschwerden über zu knappe Bikinis aus den Herner Schwimmbädern bekannt.

Ein Grund dafür sei vor allem, dass hauptsächlich Familien mit Kindern die Bäder besuchten, also diejenigen, die sowieso nicht zu freizügig rumliefen. Vor allem das Wananas sei von Familien geprägt. Die Jugendlichen, die kämen, verhielten sich generell sehr angepasst und müssten nur selten ermahnt werden, so Przybyl.

Herner Bäderchef: Individuelles Gespräch besser als Anordnung

Dass in Duisburg zwischenzeitlich ein Verbot ausgesprochen worden ist, halte er für überzogen. Auch über die Art der Kommunikation zeigt er sich verwundert: „Unsere Bademeister versuchen – egal bei welchem Anliegen – zunächst das persönliche Gespräch zu suchen“. Das sei in jedem Fall besser als irgendeine Anordnung.

[In unserem lokalen Newsletter berichten wie jeden Abend aus Herne. Den Herne-Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen.]

„Bei uns ist es oft umgekehrt: Statt zu knapp, kleiden sich einige Gäste aus religiösen Gründen in Burkinis.“ Da müssten die Bademeister dann manchmal schauen, ob es sich wirklich um einen Schwimmburkini handele oder um Straßenkleidung. „Auch da suchen sie dann das individuelle Gespräch.“

Über diese Bekleidung werde jedoch ebenfalls nur selten diskutiert. Trotz der vielen unterschiedlichen Kulturen habe es bisher nur sehr wenige Beschwerden gegeben, berichtet er. „Gerade in diesem Sommer war es ein familiäres Miteinander.“ Das liege aber vermutlich daran, dass sich viele zu Corona-Zeiten darüber freuten, dass sie überhaupt wieder etwas unternehmen könnten, so Przypyl. „Das war wirklich ein unglaubliches Jahr.“

Weitere Nachrichten aus Herne und Wanne-Eickel lesen Sie hier.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben