Volkshochschule

Wiederbelebter Opernkurs der VHS will das Hören lehren

Andrea Knefelkamp-West am Klavier.

Foto: Rainer Raffalski

Andrea Knefelkamp-West am Klavier. Foto: Rainer Raffalski

herne.   Wer weiß, wie Opern funktionieren, hat mehr davon. Das sagt Andrea Knefelkamp-West, die neue Leiterin des traditionellen Opernkurses der VHS.

„Die Oper lebt!“ So hat Andrea Knefelkamp-West ihr Opernseminar genannt, und für sie lebt die Oper in erster Linie von der Musik - was nicht so selbstverständlich ist, wie es klingt. „Was Sänger und Orchester leisten, ist enorm“, erklärt die Musikerin und Musikwissenschaftlerin. Doch viel zu häufig sei beim Opernbesuch „nur das Auge beschäftigt“. Dem will sie mit ihrem Seminar an der Herner Volkshochschule begegnen.

Nach vierjähriger Pause wieder Opernkurs

Vier Jahre lang hat es dort kein Opernseminar gegeben. Um so glücklicher ist die VHS-Programmbereichsleiterin Angelika Mertmann, dass sie den beliebten Kurs wieder anbieten kann, der das Hören lehren will, so wie sie selbst jahrelang als Dozentin das Sehen geschult hat. Die Mindestteilnehmerzahl war schnell erreicht, doch es können sich weitere Musikfreunde anmelden. „Es sind keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich“, sagt Andrea Knefelkamp-West.

Sowohl Opernfans als auch Neugierige ohne Basiswissen dürfen sich eingeladen fühlen, sich der Oper zu nähern. In erster Linie durch Klangbeispiele, die die Kursleiterin live im ehemaligen Tonstudio der VHS am Klavier liefert, aber auch in Form von Videos und CDs. Zu erwarten sind unter anderem Ausschnitte aus George Bizets „Carmen“, aus Beethovens „Fidelio“, Puccinis „La Bohème“, Richard Wagners „Tristan und Isolde“ und Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“.

Langjährige Erfahrungen mit Operneinführungen

„Wie entstehen Stimmungen?“ oder „Wie verläuft eine Gesangslinie und wie drückt sie Situation aus?“: Für solche Fragen möchte die Dozentin anhand der Beispiele sensibilisieren und damit eine „Anleitung zum Hören“ anbieten. Im besten Fall erschließe sich den Teilnehmern ein Universum: „Das macht mich dann froh und glücklich.“ Erfahrungen mit Konzert- und Operneinführungen hat Andrea Knefelkamp-West am Theater Dortmund gesammelt, wo sie lange Jahre als Dramaturgin beschäftigt war. Einen Opernkurs bietet sie auch in Werne an.

Gemeinsame Opernbesuche sind unterdessen nicht geplant: Die überlässt die Dozentin ihren Teilnehmern in Eigenregie. Bei der Opernhaus-Dichte im Ruhrgebiet dürfe sich für jeden leicht etwas finden. Auch Diskussionen über Inszenierungen stehen bei ihr nicht auf dem Stundenplan.

Während sich die ersten beiden Kurseinheiten in diesem Semester um einen Überblick bemühen, fokussiert sich die Dozentin im nächsten Semester auf Verdi. In vier mal drei Unterrichtsstunden will sie sich mit ihren Schülerinnen und Schülern durch das umfangreiche Opernschaffen des Komponisten ackern, durch bekanntere und unbekanntere Werke. Einblicke in die kompositorische Werkstatt Verdis mit Abstechern zu „Macbeth“, „Rigoletto“, „La Traviata“, „Die Macht des Schicksals“ oder „Aida“ münden in eine ausführliche Betrachtung der vorletzten Verdi-Oper „Aida“.

>>> IM BLICKPUNKT: DER OPERNKURS

Diese Dozenten haben die früheren Opernkurse an der Herner Volkshochschule geleitet: Christiane Wand (1989), Christoph Nieder (1990-1992), Klaus-Edgar Wichmann (1994-1995), Lars-Ludwig von der Gönna (1996-1998), Maria Kostakeva (1999-2013).

Termine „Die Oper lebt!“: 23. und 30. November, 18.30 bis 20 Uhr, Haus am Grünen Ring, Wilhelmstraße 37. 10 Euro. Anmeldung: HER 16-1643 oder 16-2920 oder vhs@herne.de.

Ohrenforum „Verdi assoluto!“: Sommersemester 2018. 12., 19., 26. April, 3. Mai, 18-20.15 Uhr, Haus am Grünen Ring. 30 Euro.

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