Gastronomie

Wenn der Gast die Zeche prellt

Susanne Hein, Betriebsleiterin  vom Parkhotel, war einmal maßgeblich daran beteiligt, einen Betrüger zu fassen.

Susanne Hein, Betriebsleiterin vom Parkhotel, war einmal maßgeblich daran beteiligt, einen Betrüger zu fassen.

Foto: Haenisch / waz fotopool

Herne.   Herner Hotels werden regelmäßig Opfer von Zechprellern. Die Hemmschwelle scheint niedrig, da es sich für Hotels kaum lohnt, wegen der Bagatellfälle vor Gericht zu ziehen.

Der Gast checkt ins Hotel ein, bucht an der Rezeption zwei Übernachtungen, ist am nächsten Morgen aber bereits spurlos verschwunden. Der Name war falsch und die Rechnung bleibt offen. Kaum eine Chance für das Hotel, an das Geld zu kommen.

Viele Herner Hoteliers möchten über das Thema betrügerische Hotelgäste gar nicht gern sprechen. „Das könnte ein schönes Eigentor werden, wenn ich mich dazu äußere“, sagt ein Hotelchef und lehnt die Interviewanfrage ab. Kein Einzelfall, kaum einer der befragten Unternehmer wollte etwas zum Thema sagen. Hans Ulrich Dillen, Geschäftsführer des Parkhotel Herne, ist da entspannter. „Es handelt sich im Großen und Ganzen um Bagatellstraftaten, die im Grunde nicht geahndet werden.“

Die Summen, um die es gehe, seien so gering, dass es sich nicht lohnen würde, deswegen vor Gericht zu ziehen. Das sei auch der Grund, warum es immer wieder zu solchen Betrugsversuchen wie Zechprellerei kommen würde. „Die Hemmschwellen sind so gering, weil die Leute wissen: Viel passiert mir eh nicht.“

Verdächtig wenig Gepäck

Susanne Hein, Betriebsleiterin des Parkhotels an der Schaeferstraße, berichtet von einem Betrug, den sie verhindern konnte. „Ein junger Mann stellte sich als Mitarbeiter einer Plattenfirma vor. Er würde die Tour einer bekannten Band betreuen und wolle sich das Hotel ansehen.“ Er reservierte direkt eine ganze Etage. Hein schöpfte allerdings Verdacht. Für einen reisenden Menschen hatte der junge Mann verdächtig wenig Gepäck. „In seinem Zimmer lag nur eine Hose und unsere Reservierungsbestätigung.“ Hein ergriff die Initiative, informierte die Plattenfirma, für die der Mann angeblich arbeitete. „Dort hatte nie jemand etwas von ihm gehört.“ Auch die Diskotheken, in denen die Band angeblich auftreten sollte, informierte sie. Hier hatte er sich als Manager vorgestellt und ließ es sich auf Rechnung der Unternehmer einen Abend lang gut gehen.

Irgendwann wurde Susanne Hein von einer Boutiquebesitzerin angerufen. „Der Betrüger hatte uns dort als Referenz angegeben. Er wollte in dem Geschäft die Band einkleiden lassen, für die er angeblich arbeitete.“ Bezahlen wollte er dort natürlich nicht, sondern die Band sollte Werbung machen. Hein informierte die Polizei. Die Beamten sind verdeckt in die Boutique gegangen. Sie holten sich noch telefonisch Informationen über das Aussehen des Mannes bei der 42-Jährigen ein. „Ich war damals mit meinem Hund spazieren und hatte die Polizei am Handy. Plötzlich hörte ich nur noch: Frau Hein - Zugriff!“ Der Betrüger wurde festgenommen.

„Er saß dann in U-Haft, kam aber wieder frei, weil die ganze Sache zu geringfügig war“, erzählt sie. Hein arbeitet regelmäßig mit der Polizei zusammen. Es gelangt ihr bereits mehrmals, Betrügereien zu Lasten des Parkhotels zu verhindern.

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