Blindgänger

Entschärfung in Herne: Polizei musste Wohnungen räumen

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Die Feuerwehr Herne hatte wegen der Entschärfung des Blindgängers eine Sperrzone eingerichtet.

Die Feuerwehr Herne hatte wegen der Entschärfung des Blindgängers eine Sperrzone eingerichtet.

Foto: Hendrik Steimann / WAZ

Herne.  In Herne ist eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Zehn Menschen weigerten sich, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Polizei musste eingreifen.

In Herne ist am Donnerstag an der Kastanienallee im Ortsteil Wanne-Süd ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Bombe wurde noch am Abend erfolgreich entschärft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bombe wurde an der Kastanienallee gefunden.
  • Menschen im Gefahrenbereich mussten ihre Häuser verlassen.
  • Anlaufstelle für Menschen ohne Ausweichquartier war die Sporthalle Im Sportpark.

So lief die Entschärfung der Bombe:

23.20 Uhr: Wir beenden den Liveblog von der Entschärfung des Blindgängers und wünschen eine gute Nacht!

23.15 Uhr: Die Evakuierung der rund 3500 Menschen habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen, meldet die Stadt in ihrem Abschlussbericht zur Bombenentschärfung. Dafür habe es mehrere Gründe gegeben: Rund 300 Menschen hätten ihr Haus nicht selbstständig verlassen können, weil sie gehbehindert oder pflegebedürftig seien. Sie alle hätten mit Krankentransporten in Sicherheit gebracht werden müssen. Da aber keine 300 Krankenwagen auf einmal zur Verfügung gestanden hätten, hätten die Wagen mehrere Stunden lang fahren müssen, bis alle Personen versorgt gewesen seien.

Ärger hätten zudem zehn Anwohner im Evakuierungsbereich gemacht, die zwar erkennbar zu Hause gewesen seien, sich aber geweigert hätten, ihre Wohnungen zu verlassen. Sie hätten mit Hilfe der Polizei aus den Häusern geholt werden müssen. Hinzu gekommen sei „eine große Anzahl von Personen“, die zwar nicht die Tür geöffnet habe, aber plötzlich im Gefahrenbereich aufgetaucht und „teilweise dicht an der Fundstelle des Blindgängers“ vorbeigelaufen sei. Auch sie habe laut Stadt erst den Gefahrenbereich verlassen müssen, bevor die Entschärfung beginnen konnte.

Und: Schon die Überprüfung des Verdachtspunktes sei kompliziert gewesen, denn: Um den Blindgänger zu erreichen, habe das Grundwasser an dieser Stelle über zwei Wochen lang abgesenkt werden müssen. Aus diesem Grund habe erst am Donnerstagnachmittag festgestellt werden können, dass die Bombe einen Zünder hatte – und somit die Evakuierung notwendig gewesen sei.

22.30 Uhr: Geschafft! Der Blindgänger ist entschärft, die Polizei räumt die Straßensperren – und die Menschen können zurück in ihre Häuser.

22.05 Uhr: Endlich: Die Evakuierung ist abgeschlossen, die Entschärfung beginnt!

21.50 Uhr: Die Evakuierung ist noch immer nicht abgeschlossen. Es dauere länger als geplant, die bettlägerigen Menschen mit Krankentransporten abtransportieren zu können, so die Stadt.

21.00 Uhr: Sechs bettlägerige Menschen sollen in der Senioreneinrichtung an der Heidstraße 132 (Flora Marzina) unterkommen. Das teilt die Einrichtung mit. Das Ordnungsamt habe den Betreiber um Hilfe gebeten. Die Flora Marzina habe daraufhin sechs Betten zur Verfügung gestellt: „Die Zimmer sind vorbereitet.“ Die Gäste könnten betreut und versorgt werden, bis sie zurück in die Wohnungen könnten.

20.40 Uhr: Noch etwa zehn Krankentransporte müssten durchgeführt werden, um Menschen, die etwa bettlägerig sind, aus der Sperrzone zu bringen, sagt eine Stadtsprecherin. Anschließend - um circa 21 Uhr – soll dann die Evakuierung abgeschlossen sein. Anschließend soll die Bombenentschärfung starten.

20.05 Uhr: Der Blindgänger wurde übrigens auf dem Grundstück eines Wohnhauses gefunden, so eine Stadtsprecherin zur WAZ. Dort werde umgebaut.

19.30 Uhr: Noch läuft die Evakuierung, teilt eine Stadtsprecherin der WAZ mit. Nun würden die Menschen abtransportiert, die ihre Wohnungen nicht selber verlassen könnten.

18.45 Uhr: Die Evakuierung läuft noch immer, heißt es bei der Stadt. Wann die Bombe entschärft werden kann, ist noch immer unklar.

17.00 Uhr: Die Evakuierung hat begonnen, teilt die Stadt mit. Wie lange sie läuft, kann noch nicht abgeschätzt werden.

16.40 Uhr: Die Warn-App Nina meldet: „Es ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte.“ Und: „Halten Sie die Notrufnummern von Feuerwehr und Polizei für Notrufe frei.“

16.05 Uhr: Der Gefahrenbereich umfasst laut Stadt Herne die Dorneburger Straße, einen Großteil der Bielefelder Straße bis hin zur Hausnummer 69, die Holsterhauser Straße vom Kreisverkehr bis zur Nummer 70e, einen Teil der Königstraße und die dazwischenliegenden Straßen. Betroffen seien etwa 3500 Menschen, die ihre Häuser vorerst nicht betreten dürften. Der Bereich darf laut Stadt erst wieder betreten werden, wenn das Kampfmittel geräumt ist. Bis dahin werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, sich an einem anderen Ort aufzuhalten, möglichst bei Familie oder Freunden. Wer keine andere Möglichkeit habe, könne in die Sporthalle Im Sportpark 20 kommen.

16.00 Uhr: An diesem Donnerstag, 23. Juni, haben Kampfmittelexperten an der Kastanienallee in Wanne-Süd eine 500-Kilogramm-Bombe mit Zünder gefunden, teilt die Stadt Herne mit. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt informiere nun die Anwohnerinnen und Anwohner, dass sie ab 16 Uhr ihre Häuser verlassen müssen. Wer sein Haus nicht selbstständig verlassen kann, kann unter Telefon 02323 16-93 20 Hilfe anfordern. Polizei, Feuerwehr und die Stadt Herne sperren anschließend den Gefahrenbereich ab.

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