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Warum diese Herner Jugendlichen echte „Ruhrtalente“ sind

Kaan Gündogdu, Nikita-Shirin Bende, Aurora Blandini, Celine Jakert und Wiktoria Magdalena Malinowska (v.li.)

Foto: Jürgen Theobald

Kaan Gündogdu, Nikita-Shirin Bende, Aurora Blandini, Celine Jakert und Wiktoria Magdalena Malinowska (v.li.) Foto: Jürgen Theobald

Herne.   Fünf junge Herner werden mit einem Schülerstipendium unterstützt. Dabei geht es nicht nur um Laptops oder Workshops, sondern auch um Beratung.

Schüler auf ihrem Weg finanziell und persönlich zu unterstützen – das hat sich das Talent-Kolleg Ruhr mit seinem Projekt „Ruhrtalente“ vorgenommen. Zum zweiten Mal verteilt es Schüler-Stipendien. Fünf gingen an Jugendliche aus Herne.

„Wir haben gesehen, dass es einfach sehr wenige Stipendienprogramme für Schüler gibt, das wollten wir ändern“, sagt Projektkoordinator Robin Gibas. Lehrer oder Talentscouts schlagen die Schüler für das Stipendium vor und eine Jury trifft dann die Entscheidung.

Vor sieben Jahren nach Deutschland gezogen

Mit dabei ist in diesem Jahr die 16-jährige Wiktoria. Sie ist vor sieben Jahren von Polen nach Deutschland gezogen und besucht die Hans-Tilkowski-Hauptschule. Die neue Sprache sei für sie kein Problem gewesen: „Ich lerne sehr schnell Sprachen und auch sonst sind meine Noten eigentlich ziemlich gut, deshalb hat mich meine Lehrerin vorgeschlagen“, erzählt die Schülerin.

Sie erhofft sich von dem Projekt mehr Informationen zu ihrem etwas ungewöhnlichen Traumberuf: „Ich möchte gerne Astrophysikerin werden.“ Die meisten der anderen Herner Ruhrtalente haben noch keine so konkreten Pläne, was sie nach der Schule machen wollen.

„Ich wünsche mir von dem Stipendium, dass ich eine Richtung finde, in die ich nach dem Schulabschluss gehen will“, sagt Celine. Sie geht in die elfte Klasse an der Erich-Fried-Gesamtschule, genauso wie Ruhrtalent Aurora. Sie habe nicht damit gerechnet, das Stipendium zu bekommen: „Ich dachte nie, dass ich ein besonderes Talent habe. Ich dachte, es ist ganz normal, sich in der Schule so zu engagieren“, sagt die 16-Jährige.

Besondere Umstände bei Nikita

„Wir achten bei der Auswahl natürlich auf die Leistungen der Schüler“, sagt Robin Gibas. Aber das sei nicht alles: „Wir schauen uns auch die Umstände an. Wer fünf Geschwister hat und so keine ruhige Umgebung zum Lernen, kann nicht überall eine Eins schreiben.“

Besondere Umstände waren auch bei der 20-jährigen Nikita ein Grund, warum sie ein Ruhrtalent wurde: „Ich lebe schon seit einigen Jahren in meiner eigenen Wohnung und habe trotzdem gute Leistungen in der Schule gebracht. Das hat die Jury gelobt.“ Die Schülerin besucht das Mulvany Berufskolleg.

Über einen Laptop hat sich bereits das jüngste Herner Ruhrtalent gefreut. Der 14-jährige Kaan besucht die Realschule Crange. „Wir hätten uns so einen Laptop für mich sonst nicht leisten können und er hilft mir wirklich sehr weiter in der Schule“, sagt Kaan. Er steht bald vor der Entscheidung, ob er weiter zur Schule gehen oder eine Ausbildung anfangen will. „Ich hoffe, dass mir die Leute vom Stipendium dabei helfen können“, sagt der Schüler.


>> WEITERE INFORMATIONEN: Zum Stipendium

Grundsätzlich sei das Stipendium für ein Jahr ausgelegt. „Unser Ziel ist es, sie bis zum Schulabschluss zu begleiten“, sagt Friederike Chudaske vom Talent-Kolleg.

Die Ruhrtalente können Workshops und Seminare besuchen und an Exkursionen teilnehmen. Sachpreise wie ein VRR-Ticket oder ein Laptop sind möglich.

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