Prozess

Wanner stehen wegen Raubes auf eine Tankstelle vor Gericht

Der Prozess findet vor dem Landgericht in Bochum statt.

Der Prozess findet vor dem Landgericht in Bochum statt.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Herne.  Fünf Monate nach einem bewaffneten Raubüberfall in einer Tankstelle muss sich ein 42-jähriger Wanner vor dem Landgericht verantworten.

Fünf Monate nach einem bewaffneten Raubüberfall in einer Tankstelle in Wanne-Süd muss sich ein 42-jähriger Wanner seit Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Zum Prozessauftakt legte der Angeklagte über seinen Anwalt sofort ein volles Geständnis ab – Überwachungskameras in der Tankstelle hatten die Überfallszenen aber auch ganz genau festgehalten.

Es war der 18. Juni, als der 42-Jährige gegen 19.15 Uhr mit einem Messer in der Hand in der Total-Tankstelle am Eickeler Bruch aufgetaucht war und gerufen hatte: „Überfall! Geld her!“ Zwei anwesende Frauen hatten daraufhin sofort die Flucht ergriffen und waren durch den Hinterausgang nach draußen gelaufen. „Daraufhin stand mein Mandant erstmal recht verdutzt da und ist sogar auch im ersten Moment ein Stück weit in Richtung Ausgang gelaufen“, erklärte Verteidiger Christoph Prasse. „Er ist dann aber auf der Schwelle umgekehrt und hinter den Tresen gerannt.“

Flucht endete schon wenige Minuten später mit Festnahme

Dort öffnete er laut Anklage über eine Klapptür ein Fach, nahm die dort befindliche Geldkassette an sich und steckte danach auch das am Tresen abgelegte Smartphone der Verkäuferin ein. Dann flüchtete der Täter, der damals selbst nur wenige hundert Meter entfernt an der Hauptstraße seine Wohnung hatte. Auf der Flucht musste sich er noch hinterherrufen lassen: „Du kommst eh nicht weit. Die Polizei ist schon alarmiert.“ Tatsächlich: Im Rahmen der sofort eingeleiteten Nahbereichsfahndung konnten Polizeibeamte den Mann schon wenige Minuten später an der Siemensstraße festnehmen. Das Messer und die Beutestücke hatte der Wanner noch dabei.

Beim Angeklagten handelt es sich um kein unbeschriebenes Blatt bei der Justiz. Der 42-Jährige ist bereits mehrfach vorbelastet. Am fraglichen Tag, so Verteidiger Prasse, sei dem Wanner beim Vorbeigehen plötzlich „in den Kopf geschossen, sich Geld für Kokain zu besorgen“. Mit Blick auf mögliche Drogenprobleme soll der Wanner nun von einem Psychiater untersucht werden. Neben einer Haftstrafe könnten die Bochumer Richter am Ende zusätzlich eine Unterbringung in einer geschlossenen Entziehungsanstalt anordnen. Die Anklage lautet auf schweren Raub. Mit einem Urteil ist frühestens Anfang Dezember zu rechnen.

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