„Wer bietet mehr?“

Wanne-Eickeler bekommt Wodka von 1991 geschenkt

Stefan Nicolaus bewahrt auch nach Jahren noch die Wodkaflasche auf, die aus der Sowjetunion stammt.

Stefan Nicolaus bewahrt auch nach Jahren noch die Wodkaflasche auf, die aus der Sowjetunion stammt.

Foto: Sabrina Didschuneit

Herne.  „Wer bietet mehr?“: Für unsere Serie hat der Wanne-Eickeler Stefan Nicolaus einen Wodka herausgeholt, der mal eine Partyüberraschung war.

Es war mal wieder ein Samstagabend, an dem eine Party angesagt war. Stefan Nicolaus wollte eine Überraschung mitbringen, erinnert sich der Industriemechaniker noch recht genau, auch wenn seither schon viele Jahre ins Land gegangen sind.

Da gerade seine heute 85 Jahre alte Oma in der Nähe war und er laut nachdachte, meinte sie zu ihm: „Weißt Du was, ich habe da noch eine Wodka-Flasche im Schrank. Ich trinke davon ohnehin keinen einzigen Schluck. Willst Du sie nicht mitnehmen¨. Der heute 29-Jährige überlegte nicht lange, brauchte er doch nun in kein Geschäft mehr gehen, um sich mit einem Mitbringsel einzudecken.

Also schnappte er sich die Flasche, die ihm seine Großmutter reichte, deren Mann einst die Bäckerei Nicolaus in Wanne-Eickel betrieb. Auf der Party war das „ausländische Erzeugnis“, wie auf dem Etikett zu lesen stand, ein echter Hit. Die 40-prozentige Spirituose trug zum einen kyrillische Schriftzeichen und stammte aus der „UdSSR“, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken.

Meistverkaufteste Marke

„Das bedeutet, dass der Wodka bis Dezember 1991 abgefüllt worden sein muss, denn danach zerfiel die Sowjetunion¨. Die weiteren Angaben verraten zudem noch, dass die Flasche über die damalige Simex-Generalvertretung die Spirituose in den deutschen Handel gekommen ist. Laut Internet-Lexikon Wikipedia besteht die Firma auch heute noch - mit Sitz in Jülich und vertreibt unter anderem Krimsekt.

In den 80er Jahren habe Simex als „Generalvertretung für die Bundesrepublik“ die Wodkamarke Moskovskaya verkauft. Der Importeur gebe die Zahl von sechs Millionen Flaschen an, heißt es in dem Internet-Artikel. Damit handele es sich um den meistverkauftesten russischen Wodka in Deutschland.

Auf der Party haben zwar einige Gäste den Wodka aus dem Osten probiert, aber die Flasche leerten sie längst nicht komplett. Also nahm Stefan Nicolaus sie wieder mit nach Hause und bewahrt sie bis heute bei sich auf. Wie seine Oma „trinke auch ich so gut wie keinen Wodka und auch keinen anderen Alkohol¨. Das sei früher und vorübergehend ein wenig anders gewesen - die Flasche erinnert daran.

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