Europawahl

Wahlpartys: Entsetzen bei der SPD und CDU in Herne

Auch bei der Wahlparty der CDU im „Meistertrunk“ in Eickel waren die Besucher bedient.

Auch bei der Wahlparty der CDU im „Meistertrunk“ in Eickel waren die Besucher bedient.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Bei den Wahlpartys von SPD und CDU in Herne war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Das sagten die Vertreter von SPD und CDU.

Als um Punkt 18 Uhr der Trend veröffentlicht wurde, herrschte in den Flottmann-Hallen, wo die Wahlparty der SPD stattfand, Totenstille. Viele der über 50 Gäste schüttelten ob des historischen Tiefs der SPD im Bund entsetzt mit den Köpfen.

Herne SPD-Parteichef Alexander Vogt zeigte sich enttäuscht. Er betrat kurz nach der ersten Hochrechnung gegen 18.30 Uhr die Bühne. „Lasst euch von diesen Zahlen nicht entmutigen“, rief er seinen Parteifreunde zu. Nun müsse man sich fürs kommenden Jahr „voll in die Kommunalwahl reinhängen.“ Die SPD müsse überprüfen, einen zeitgemäßen Wahlkampf geführt habe.

Kirsten Eink, Hernes Europakandidatin, erhielt langanhaltenden Applaus. Sie habe mit großer Leidenschaft einen tollen Wahlkampf gemacht, sei überall in ihrem Wahlkreis präsent gewesen.

Langanhaltender Applaus für Kirsten Eink

Die übersichtliche Schar der CDU-Mitglieder, die sich im Eickeler Meistertrunk versammelt hatte, nahm die Ergebnisse der ersten Prognose ebenfalls mit stummem Entsetzen wahr. „Nach der Stimmung der letzten zwei, drei Wochen habe ich gewusst, dass wir uns glücklich schätzen können, wenn ein Drei vor dem Komma steht“, sagte der Herner CDU-Chef Timon Radicke zur WAZ.

Angesichts der Verluste räumte er ein, dass die CDU und die EVP zu den Verlierern des Abends gehören. Daraus müssten Konsequenzen gezogen werden. Man müsse mehr inhaltliche Angebote machen. „Nur Frieden und Sicherheit reicht allein nicht mehr.“ Er hatte zunächst noch Hoffnung, dass der Bochumer CDU-Kandidat Dennis Radtke ins EU-Parlament einzieht, dann wäre das Ruhrgebiet weiter vertreten.

Sommer: Schlimmste Befürchtungen haben sich bewahrheitet

„Bitter für die CDU. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet.“ So kommentierte die scheidende Herner EU-Parlamentarierin Renate Sommer das Ergebnis. Eine Ursache aus ihrer Sicht: Die Themen Umwelt und Klimaschutz hätten angezogen. Dabei sie die CDU auch auf diesen Feldern aktiv, man müsse die Politik nur besser verkaufen. Auch sie ist der Meinung, dass die CDU Defizite habe, junge Menschen anzusprechen. Das werde ein großes Arbeitsfeld.

Sommer zeigte sich froh, dass die rechten Parteien nicht so stark zugelegt haben, wie befürchtet. Freude bereitet ihr die deutlich gestiegene Wahlbeteiligung, die Menschen hätten erkannt, dass die Europawahl wichtig sei.

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