Pfingstorkan 2014

Vor drei Jahren wütete Ela mit üblen Folgen in Herne

Von umgestürzten Bäumen wurden Autos regelrecht begraben – wie hier an der Holsterhauser Straße in der Nähe des ehemaligen Rewe-Marktes.

Foto: Ralph Bodemer / WAZ FotoPool

Von umgestürzten Bäumen wurden Autos regelrecht begraben – wie hier an der Holsterhauser Straße in der Nähe des ehemaligen Rewe-Marktes. Foto: Ralph Bodemer / WAZ FotoPool

Herne.   Vor drei Jahren richtete der Pfingststurm Ela schwere Verwüstungen in Herne an. Noch immer ist Stadtgrün mit Ersatzpflanzungen beschäftigt.

Ein regelrechtes Kettensägen-Massaker hat vor drei Jahren in Herne und vielen anderen Orten im Ruhrgebiet eingesetzt. Orkan Ela hatte ein Bild der Verwüstung im Stadtgebiet hinterlassen, weitaus schlimmer, als es im Frühjahr vor zehn Jahren beim Sturmtief Kyrill der Fall gewesen war. Zahlreiche Bäume lagen flach, versperrten Straßen und Wege und mussten mit Motorsägen beseitigt werden. Noch heute arbeitet der städtische Eigenbetrieb Stadtgrün an den Folgen der Natur-Katastrophe, die sich an einem – man erinnert sich – Pfingstmontag ereignete.

Sechs Prozent der Bäume in Herne wurden zerstört

Rund 2600 zerstörte Bäume zählte Stadtgrün in seiner Jahresbilanz. Mittlerweile sind es sogar 3000. Knapp sechs Prozent der Bäume an Straßen, in Parks und auf weiteren öffentlichen Flächen fielen Ela zum Opfer. Zunächst hatten die Experten befürchtet, dass knapp zehn Prozent des Baumbestandes abgehakt werden müssten.

Zum Opfer fielen dem Orkan vor allem Ahorn-Bäume (400), Linden (230), Birken (200), Platanen (130) und Robinien (120). In den Wäldern vor Ort wurden weitere 1200 Bäume vernichtet, die Aufräumkosten bei der Stadt beliefen sich auf über fünf Millionen Euro. „Unser Budget war für das Jahr 2014 allein durch den Orkan völlig aufgebraucht“, erinnert sich Thilo Sengupta, der stellvertretende Leiter von Stadtgrün.

Bäume sind nicht komplett ersetzt worden

Noch längst seien nicht alle Bäume ersetzt worden, das sei aber auch gar nicht geplant gewesen: „Wir haben von vornherein gesagt, dass wir nicht eins zu eins nachpflanzen. Auf manchen Flächen macht das gar keinen Sinn“, erläutert Sengupta im Gespräch mit der WAZ. Auch im Bereich der Bürgersteige habe man dort auf Neupflanzungen verzichtet, wo Strom- oder andere Leitungen in der Erde liegen, die durch neues Wurzelwerk beschädigt werden könnten.

„Das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht“, bilanziert Sengupta. Immer noch pflanze Stadtgrün jedes Jahr 150 Bäume als Folge von Ela nach. Bei rund 500 Euro pro Baum sind das 75 000 Euro jährlich. „So etwas darf so bald nicht noch einmal passieren“, wünscht Thilo Sengupta.

BUND-Chefin Buddemeier zufrieden mit Aufforstungen

Hiltrud Buddemeier kann sich diesem Wunsch nur anschließen. Die Vorsitzende des BUND hat erstaunlich wenig an der Vorgehensweise der Stadt nach dem verheerenden Orkan auszusetzen: „Die Aufforstungen haben ein bisschen zu lange gedauert, aber das lag wahrscheinlich auch am Fehlen finanzieller Mittel“, sagt die Naturschützerin.

Insgesamt habe Stadtgrün seine Arbeit „gut gemacht“. „Es wurden heimische Hölzer in guter Qualität angepflanzt, und diese sind anschließend auch ordentlich gepflegt worden“, lobt Hiltrud Buddemeier, die sich sicher ist, dass die Flächen, die noch nicht bearbeitet wurden, „noch dran kommen.“ „Das bisschen Wald, das wir in Herne haben, müssen wir pflegen“, fordert die BUND-Chefin.

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