Gewürze

Von der neuen Natürlichkeit bei Gewürzen

Kochen mit natürlichen Gewürzen steht hoch im Kurs.

Foto: Barbara Zabka

Kochen mit natürlichen Gewürzen steht hoch im Kurs. Foto: Barbara Zabka

Herne.   Wer kocht, benötigt die entsprechenden Gewürze. Hier gibt es seit einiger Zeit einen Trend zur Natürlichkeit. Geschmacksverstärker sind out.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es regnet in Strömen, die Besucher huschen in Regenjacken über den Wochenmarkt vor dem Herner Rathaus. Mittendrin steht Händlerin Carmen Ziemens hinter einem Stand des Gewürze-Kräuter-und-Tee-Anbieters „Hebel“. Die ehemalige Apothekenhelferin setzt auf kontrollierte und naturbelassene Ware.

Am Stand gibt es Leckereien für jeden Geschmack: vier Curry-Sorten und „echten“ roten Pfeffer. Schwarze, grüne, weiße Tees - aus Blättern, Früchten und Lavendel. Der Favorit der Verkäuferin ist das Gewürz Chimichurri, weil das „so richtig Pfiff ins Leben bringt“.

Carmen Ziemens arbeitet seit 20 Jahren als Händlerin für den Familienbetrieb. Gewürz-Trends entstünden oft im Zusammenhang mit Fernseh-Köchen und verschwänden genauso schnell wieder. „Man kann nicht sagen, was sich am besten verkauft, das hängt zum Beispiel von der Jahreszeit ab“, sagt Carmen Ziemens. Wenn, wie zurzeit, eine Krankheitswelle die Runde macht, verkaufe sie besonders viele Tees: Bronchialtee, Pfefferminz, Kamille. Ziemens steht zwei mal pro Woche auch in Bottrop auf dem Markt, dort verkaufe sich die Gewürzmischung „Magic Dust“ häufig, die zum „Pulled Pork“ (zerrupfter Schweinenacken) serviert wird.


Geschmacksverstärker sind out

Rückblickend sieht Ziemens eine positive Entwicklung: Vor 20 Jahren hätten die Käufer mehr Interesse an Gewürzen gehabt, die mit Geschmacksverstärkern gespickt sind. Skeptisch steht die Händlerin vor allem übergünstigen Produkten aus den Discountern gegenüber, die nicht genügend kontrolliert würden.
Künstlich aufgepeppte Modeprodukte und Gewürzmischungen reizen Ziemens nicht. Einmal habe sie sich von der Begeisterung um ein sogenanntes vulkanisches „Hawaii-Salz“ anstecken lassen. Als sie das Produkt im Supermarkt entdeckte, fiel ihr auf, dass es mit Kohlestückchen versehen war und nicht von der Insel stammte. Verbraucher sollten zum Beispiel Salz kaufen, dass nach Entnahme aus Berg oder Meer so minimal wie möglich verändert wurde - anders als Produkte aus Discountern und Drogeriemärkten. „Man schmeckt einfach, wenn ein Gewürz oder Tee gut ist“.

Mit den richtigen Produkten unterstütze man zudem seine Gesundheit. Neben Tees verkauft Carmen Ziemens Gewürze wie Koriander, Kreuzkümmel und Muskatnuss wie „geschnittenes Brot“. Denn: Vielen Kunden böten sie eine Linderung bei Arthrose-Beschwerden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik