Interview

Volker Gößling ist neuer Leiter am Pestalozzi-Gymnasium

Selbst gerade erst im Amt, konnte Volker Gößling Oberstufen-Koordinatorin Ingrid Kunna (3.v.l.) zur Beförderung gratulieren. Mit im Bild das erweiterte Leitungsteam: Erprobungsstufen-Koordinatorin Karin Scheller (l.), stellvertretende Schulleiterin Barbara Schnurbusch-Jürgens (2.v.l), und Stephanie Haeger.

Selbst gerade erst im Amt, konnte Volker Gößling Oberstufen-Koordinatorin Ingrid Kunna (3.v.l.) zur Beförderung gratulieren. Mit im Bild das erweiterte Leitungsteam: Erprobungsstufen-Koordinatorin Karin Scheller (l.), stellvertretende Schulleiterin Barbara Schnurbusch-Jürgens (2.v.l), und Stephanie Haeger.

Foto: FUNKE Foto Services

Herne.   Seit dem 1. April hat das Pestalozzi-Gymnasiums einen neuen Chef. Im Gespräch erklärt er seinen teamorientierten Führungsstil.

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Über ein Jahr lang war die Stelle des Schulleiters am Pestalozzi-Gymnasium verwaist, Egon Steinkamp, Chef des Otto-Hahn-Gymnasiums, übernahm die Leitungsaufgaben zusätzlich kommissarisch. Seit dem 1. April ist nun mit Volker Gößling am Pestalozzi der „Neue“ an Bord – in Herne kein Unbekannter. Die WAZsprach mit dem Schulleiter über Pläne und Herausforderungen.

Was hat Sie bewogen, sich um die Leitung des Pestalozzi-Gymnasiums zu bewerben?

Gößling: Nachdem ich im September vergangenen Jahres die Schulleitungsprüfung abgelegt hatte, war es mein größter Wunsch, eine Schule vor Ort zu übernehmen, weil ich hier gut vernetzt bin, viele Schulen von innen kenne und auch familiär hier eingebunden bin. Meine guten Kontakte in der Stadt sind ja auch eine Chance für die Schule.

Sie sind sportlich sehr engagiert, unter anderem Vorsitzender der DSC-Judoka. Wird das Pestalozzi-Gymnasium demnächst einen Sport-Schwerpunkt bekommen?

Das Pestalozzi-Gymnasium hat bereits zwei Schwerpunkte, den musisch-pädagogischen und – als einziges Gymnasium in der Stadt – den bilingualen. Das soll auch so bleiben und nach Möglichkeit ausgebaut werden. So ist zum Beispiel der Schüleraustausch ein wenig eingeschlafen. Ob es noch Platz für einen weiteren Schwerpunkt, einen sportlichen gibt, muss man im Laufe der Zeit sehen und mit den Kollegen besprechen. Im Augenblick ist daran sowieso nicht zu denken, unsere Halle ist noch mit Flüchtlingen belegt.

Aber da ist ein Ende doch abzusehen?

Bis Ende Mai soll die Halle wieder leer gezogen sein. Danach muss aber noch am Gebäude selbst einiges getan werden. Mal sehen, wie schnell das geht. Die Sportkollegen werden sicher noch einige Zeit weiter improvisieren müssen, z.B. in der Pausenhalle. Zudem besteht noch die Möglichkeit, die Eishalle nun auch ohne Eis zu nutzen. Und jetzt kann man langsam wieder die Außensportanlagen nutzen.

Sie haben viele Jahre an einer Gesamtschule, der Mont-Cenis-Gesamtschule, unterrichtet. Jetzt sind Sie an ein Gymnasium gewechselt. Vor Jahren wären Sie dafür angefeindet worden . . .

Ich kenne beide Schultypen gut, die ersten Jahre meiner Schullaufbahn war ich an Gymnasien in Düsseldorf-Benrath und Paderborn tätig. Aber ich wollte unbedingt ins Ruhrgebiet, möglichst in meine Heimatstadt, zurück und bin dann zur Gesamtschule gegangen. Der Wechsel jetzt wieder ans Gymnasium war für mich unproblematisch, für die Bezirksregierung auch. Und hier im Pestalozzi selbst bin ich sehr gut aufgenommen worden. Da hat keiner schief geguckt. Ich bin jetzt da angekommen, wo ich gerne hin wollte, eine Schule in Herne zu leiten und hoffe, hier gemeinsam mit meinem Team alt werden zu können.

Was bringen Sie von der Gesamtschule für das Gymnasium mit?

Zum Beispiel, die Schule mit dem erweiterten Leitungsteam gemeinsam zu führen. Dazu gehören neben meiner Stellvertreterin Frau Schnurbusch-Jürgens auch die Koordinatorinnen der jeweiligen Stufen. Klar, ich bin rechtlich verantwortlich und auch das Gesicht der Schule. Aber die Schule soll als Team geleitet werden. Außerdem kenne ich von der Mont-Cenis-Gesamtschule, aber auch aus dem Sport, das Thema Inklusion schon seit vielen Jahren. Ich werde zusehen, dass ich den Kollegen helfe, unter den gegebenen Bedingungen gut arbeiten zu können und zusammen mit der Stadt und der Bezirksregierung an Verbesserungen der Bedingungen arbeiten.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Um unser gutes Angebot zu erhalten, müssen wir unser Profil schärfen und uns weiter profilieren. Gemeinsam mit den anderen Schulleitungen sollten wir prüfen, was wir in Herne haben an Angeboten, was wir brauchen und was wir ausbauen können. Wenn wir da Struktur reinbringen, kann das der Herner Schullandschaft richtig gut tun. Die Schulen können ihre Schwerpunkte ausbauen, bei anderen Dingen aber kooperieren, was ja auch in Herne schon gut funktioniert. So ist zum Beispiel der Leistungskurs Sport an der Mont-Cenis-Gesamtschule, den ich jetzt noch abschließend durch die Abi-Prüfungen begleite, auch mit Schülern von Herner Gymnasien besetzt.

Wie schätzen Sie die Zukunft der Gymnasien ein?

In Herne sehe ich das Gymnasium nicht gefährdet, es ist seit Jahren die gefragteste Schulform. Die Standorte sind auch relativ gut über das Stadtgebiet verteilt. Wir haben noch den Vorteil, durch die Nähe zum Bahnhof sehr gut erreichbar zu sein. Es kommen Kinder aus 17 Grundschulen zu uns. Außerdem haben sich die Gymnasien in den letzten Jahren auch stark gewandelt. Sie bieten zum Beispiel heute auch Mittagessen und Betreuung bis 15.45 Uhr an, was hier übrigens über den schuleigenen Verein „Pestro“ geschieht. Dieses Modell hat großen Charme, weil es auf die Bedürfnisse der Schule eingehen kann und es keine Reibungsverluste gibt.

Sie haben in der Bezirksregierung verschiedene Beratungsfunktionen wahrgenommen, zum Beispiel für den Sport. Werden Sie das auch weiterhin tun?

Nein, dass habe ich alles abgegeben. Ich möchte mich auf meine Aufgaben am Pestalozzi konzentrieren. Die Schule ist gut aufgestellt, vieles läuft hier richtig gut. Das soll auch so bleiben.

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