Gastronomie

Villa Claudius will Museumscafé im Dezember eröffnen

Im leer stehenden Museumscafe des LWL-Archäologiemuseums: Christoph Kunzmann von der Villa Claudius gGmbh (links) und Museumsdirektor Josef Mühlenbrock.

Foto: Ralph Bodemer

Im leer stehenden Museumscafe des LWL-Archäologiemuseums: Christoph Kunzmann von der Villa Claudius gGmbh (links) und Museumsdirektor Josef Mühlenbrock. Foto: Ralph Bodemer

Herne.   Das LWL-Museum für Archäologie freut sich über den neuen Pächter. In Bochum betreibt die gemeinnützige Gesellschaft sieben Einrichtungen.

Die Vorstellungen des Museums haben sich über die Jahre nicht geändert: Von Beginn an wünschte sich das LWL-Museum für Archäologie ein Museumscafé an seiner Seite, das seine Besucher mit Kaffee und Kuchen bewirten und sich darüber hinaus mit seiner Karte in die wechselnden Themen hineindenken würde. Mit der Villa Claudius gGmbH scheint jetzt ein Pächter gefunden, mit dem das und einiges mehr möglich wird. Spätestens zum Dezember will der neue Betreiber das umgebaute Café eröffnen.

Pächter bringt Erfahrungen in der Gastronomie mit

Erfahrungen in der Gastronomie bringt die gemeinnützige Gesellschaft mit. Sieben Einrichtungen, vor allem in Bochum, werden von der Villa Claudius betrieben, vom „Tanas“ in den Kammerspielen bis zur Gastronomie im neuen Musikforum Ruhr, aber auch die Finanzamtskantinen in Herne und Bochum. Das Besondere: Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten zusammen, und das soll auch im Herner Museumscafé so sein.

Das passe sehr gut zum Museum, sagt dessen Leiter Josef Mühlenbrock, da der LWL ja ebenfalls im sozialen Bereich engagiert sei. „Wir haben ja unser Museum auch komplett behindertengerecht eingerichtet.“ Die Angebote von Museum und Café sollten deshalb auch eng miteinander verzahnt werden.

Das Museumscafé soll sichtbarer werden

Auch die Villa Claudius freue sich auf die neue Partnerschaft, erklärte deren Geschäftsführer Christoph Kunzmann, bevor er am Mittwoch erste Umgestaltungspläne für das Café darlegte. Was Kunzmann ganz wichtig ist: „Dass man die Gastronomie sieht“. Der vordere Bereich (zum Europaplatz) müsse signalisieren: „Hier ist Leben“, was u.a.mit Leuchtschriften und indirekter Beleuchtung erreicht werden soll. Dazu soll auch ein erweiterter Außenbereich beitragen, mit Sandkasten und Klettergerüst. Der geplante Umbau des Europaplatzes komme den eigenen Plänen entgegen, sagte Kunzmann. Die zweite Herausforderung: Wer das Museum betritt, hat momentan nicht gleich die Eingangstüren zum Café im Blick. Hier möchte Kunzmann deutlicher beschildern, wo es zum Museumscafé geht und wo zur Ausstellung.

Der Innenraum soll „Industrial Chic“ verströmen. Zu den Ziegelwänden wollen die Pächter Mobiliar aus hellem Holz wählen. Beauftragt wurde das Bochumer Architektenbüro Soda, das u.a. für die „Osteria“-Inneneinrichtung verantwortlich war.

Start mit einer kleinen Speisekarte

Was die Speisekarte angeht, will das Café mit einem kleinen Speisenangebot starten. „Bodenständig“ soll es sein. „Wir konzentrieren uns erst mal auf Frühstück und Mittag“, so Kunzmann, „und schauen dann, wie sich das entwickelt“.

Von 3,5 Stellen in Herne sollen zwei an Mitarbeiter mit Behinderungen (Sprachgebrauch: „aus der Zielgruppe“) vergeben werden. Ihre Bezahlung liege über dem Mindestlohn. „Das sind Menschen mit seelischen Belastungen, mit körperlichen Einschränkungen oder Lernbehinderungen“, sagt Kunzmann. Einen Arbeitsvertrag habe er bereits unterschrieben. Die Mitarbeiterin sei aus Herne, habe ein Handicap und bereits zehn Jahre in einem Integrationsbetrieb gearbeitet. „Das ist mein erstes Highlight gewesen.“

>>> MEHR ZUR VILLA CLAUDIUS

Die 2009 gegründete Villa Claudius gGmbH ist eine 100-prozentige Tochter des Matthias-Claudius-Sozialwerkes Bochum.

33 von 84 Mitarbeitern haben eine Behinderung. Sie sind in allen Bereichen von Gastronomie und Hotellerie tätig.

Auch die Mittagsverpflegung der Matthias-Claudius-Grundschule und -Gesamtschule und Dienstleistungen „rund ums Haus“ und in der Verwaltung gehören dazu.

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