Gericht

Behindertes Mädchen missbraucht: Herner (50) muss in Haft

Das Justizzentrum in Bochum.

Das Justizzentrum in Bochum.

Foto: Ingo Otto

Herne.   Ein 50-jähriger beschäftigungsloser Montagearbeiter missbrauchte eine Fünfjährige in Wanne massiv sexuell. Die Tat wurde fotografiert.

Nach einem sexuellen Übergriff auf ein schwerbehindertes Mädchen aus Herne ist ein beschäftigungsloser Montagearbeiter (50) am Dienstag zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Richter Carsten Schwadrat hob beim Urteil das „unerträgliche Leid“ für die Opferfamilie hervor - deren Vertrauen schamlos missbraucht worden ist.

Die Eltern des mehrfach behinderten Kindes hatten die Fünfjährige am 28. Dezember 2018 nicht zum ersten Mal für wenige Stunden in die Obhut der Großmutter und deren Lebensgefährten (des Angeklagten) in Wanne gegeben. Doch statt behütet und liebevoll behandelt zu werden, sei das Kind in den Mittagsstunden vom Angeklagten massiv sexuell missbraucht worden. Den Eltern habe das später buchstäblich das Herz aus dem Leib gerissen. „Das ist wirklich unerträglich“, sagte Richter Carsten Schwadrat. Und nicht nur das: Glaubt man den Angaben des Angeklagten, dann hat die Großmutter (60) des Mädchens die abscheuliche Sex-Tat auch noch mit dem Handy des 50-Jährigen mehrmals fotografiert.

Kinderpornos auf dem Smartphone

Mit dem Strafmaß blieb die 13. Strafkammer unter dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die jeweils fünfeinhalb Jahre Haft gefordert hatten. „Wir sind uns bewusst, dass die Strafe womöglich für viele Leute zu milde erscheint“, sagte Richter Carsten Schwadrat zum Ende der Urteilsbegründung. „Wir selbst meinen aber, dass es eine sehr empfindliche Strafe ist.“ Der Angeklagte habe in seinem – ausschließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgelegten – Geständnis erkennen lassen, „dass er sich der Tragweite seiner Übergriffe bewusst ist und dass ihn das auch wirklich quält“, hieß es. Nicht zuletzt habe er mit seiner Partnerin schonungslos eine mutmaßliche Mittäterin benannt. Gegen die 60-Jährige wird seitens der Staatsanwaltschaft ebenfalls ermittelt.

Der Übergriff auf die Fünfjährige war rein zufällig aufgefallen. Weil der Angeklagte zuvor durch die Verbreitung von Kinderporno-Bildern ins Visier von US-Fahndern geraten war, hatten beim Bundeskriminalamt die Alarmglocken geschrillt. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung in Wanne waren zunächst auf dem Laptop des 50-Jährigen mindestens 11.975 Bilddateien „mit den härtesten Fällen von Kindesmissbrauch“ entdeckt worden. Auch die darauf drangsalierten Kinder seien indirekt Opfer des sammelnden und verbreitenden Angeklagten geworden, hieß es beim Urteil.

Auf dem Smartphone hatten die Ermittler darüber hinaus Missbrauch-Fotos von der Fünfjährigen entdeckt, auf denen der Angeklagte als Täter zu erkennen war. Kurz danach war der 50-Jährige festgenommen worden. Das Urteil lautet unter anderem auf sexuellen Missbrauch von Kindern.

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