Steigende Schülerzahlen

Verwaltung denkt über Schulneubau in Herne-Mitte nach

Abriss und Neubau?  Das schließt die Stadtverwaltung für die ab dem nächsten Schuljahr leerstehende Grundschule an der Schulstraße nicht aus. Foto:Ralph Bodemer, Archiv

Abriss und Neubau? Das schließt die Stadtverwaltung für die ab dem nächsten Schuljahr leerstehende Grundschule an der Schulstraße nicht aus. Foto:Ralph Bodemer, Archiv

herne.   Wegen steigender Grundschülerzahlen haben Stadt und Politik für den Bezirk Wanne und insbesondere für die Laurentiusschule bauliche Veränderungen auf den Weg gebracht. Im Stadtbezirk Herne-Mitte könnten die Maßnahmen sogar noch weitreichender sein – bis hin zum Neubau einer Grundschule am Standort Schulstraße.

Wegen steigender Grundschülerzahlen haben Stadt und Politik für den Bezirk Wanne und insbesondere für die Laurentiusschule bauliche Veränderungen auf den Weg gebracht. Im Stadtbezirk Herne-Mitte könnten die Maßnahmen sogar noch weitreichender sein – bis hin zum Neubau einer Grundschule am Standort Schulstraße.

Das geht aus dem Bericht über die „Situation der Grundschulen im Stadtbezirk Herne-Mitte“ hervor, den die Stadt im Schulausschuss und in der Bezirksvertretung vorgestellt hat. Der zentrale Punkt: Sollte sich die Prognose bewahrheiten und Schülerzahlen vor allem wegen der Zuwanderung weiter steigen, könnte die Zahl der Klassen pro Jahrgang an den Grundschulen Neustraße, Kolibri-Schule, Schillerschule und Bergstraße (katholisch) bis 2023 von derzeit 13 auf 15 steigen, berichtet Schulamtsleiter Klaus Hartmann. Die Verwaltung rechnet in diesem Zeitraum mit einem Anstieg von 341 auf 390 Schüler. Und: Spätestens ab 2021 reichten die Kapazitäten in den vier bestehenden Schulen nicht mehr aus.

Bauliche Erweiterungen sind nicht möglich

Da bauliche Erweiterungen kaum möglich sind, rückt nun die Grundschule Schulstraße in den Fokus. Die Schule ist bekanntlich mit der Grundschule Berliner Platz fusioniert und wird ab dem kommenden Schuljahr den gemeinsamen Betrieb am Schulstandort Neustraße aufnehmen.

Die Stadt werde das Grundstück der Schulstraße sichern und „genau hinschauen“, so Hartmann. Die Frage: Macht es Sinn, über einen Erhalt des Gebäudes nachzudenken oder kommt ein Neubau an diesem Standort in Betracht? Weitergehende Pläne hat die Stadt für das Areal zurzeit nicht, weil der Offene Ganztagsbereich und die Turnhalle auf dem Gelände vorerst weiter genutzt werden sollen.

Linke fordert mehr Lehrer

Ein Schulneubau in Herne? „Es wäre zunächst mal ein positives Signal, wenn in Herne eine neue Schule gebaut würde“, sagt Jörg Höhfeld, Grünen-Vertreter im Schulausschuss. Eine Sanierung des maroden Baus an der Schulstraße würde wenig Sinn machen.

SPD und Linkspartei machen sich derweil ganz andere Gedanken: Falls die GroKo den geplanten Rechtsanspruch auf eine Betreuung im Offenen Ganztagsbereich (OGS) umsetze, stehe Herne vor riesigen Herausforderungen, sagt der SPD-Stadtverordnete Thomas Spengler. Es wäre „wahnwitzig“, wenn der Bund im Gegenzug keine finanzielle Unterstützung leisten würde. Und Veronika Buszewski (Linke) sieht schon jetzt bei der personellen Ausstattung insbesondere im Grundschulbereich „große Probleme“.

Handlungsbedarf bei OGS und Mehrzweckräumen

Während die Schülerzahlen der Grundschulen in Herne-Mitte und Herne-Süd (siehe oben) der Stadt Sorgen bereiten, fällt die Prognose für die Grundschulen in Holsterhausen (Horstschule, Sonnenschule) sowie Baukau-Ost (Grundschulen Forellstraße und Ohmstraße) rein zahlenmäßig relativ entspannt aus. Handlungsbedarf gibt es aber sehr wohl: Sowohl bei den Mehrzweckräumen als auch beim Raumprogramm für den Offenen Ganztagsbereich sieht die Stadt einige Defizite.

Mit dem Bericht für die acht Grundschulen in Herne-Mitte hat die Verwaltung nun die Bestandsaufnahmen und Prognosen für alle vier Herner Stadtbezirke abgeschlossen. Herne stehe beim Blick auf künftige Schülerzahlen vor einer spannenden Frage, bringt Schulamtsleiter Klaus Hartmann die Situation auf den Punkt: „Haben wir eine Delle oder geht die Reise in diese Richtung weiter?“

Stadt weist CDU-Zweifel zurück

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Herne-Mitte übte Timon Radicke (CDU) indirekt Kritik an der Stadt, indem er die (bereits vor Jahren beschlossene) Aufgabe des Grundschulstandorts Berliner Platz in Frage stellte. Das ließ Hartmann so nicht stehen: „Wer heute sagt, er habe damals gewusst, was uns bei der Zuwanderung bevorsteht, der lügt.“

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