Müll

Herner Anwohner sauer über vermüllte Container-Standorte

Die überfüllten Container und der Müll daneben: kein seltenes Bild an der Roonstraße in Herne-Baukau vor dem Lidl.

Die überfüllten Container und der Müll daneben: kein seltenes Bild an der Roonstraße in Herne-Baukau vor dem Lidl.

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Services

Herne.  Pappe quillt aus dem Container, Kartons liegen davor und die Müllabfuhr kommt nicht mehr hinterher. Zwei weitere Mülldetektive sollen helfen.

„Hier ist es häufig vermüllt, aber so schlimm war es noch nie“, ärgert sich Anwohner Angelo Roschka über den Zustand des Container-Standorts an der Roonstraße in Baukau. Auf dem Bürgersteig neben den übervollen Altpapier- und Altkleider-Containern liegen Kleidungsstücke und Pappkartons in rauen Mengen, außerdem Styroporplatten, offener Hausmüll und sogar eine gebrauchte Spritze. Man kommt kaum durch, besonders problematisch ist es mit einem Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator. Eine ältere Passantin versucht sich mit ihrer Gehhilfe im Slalom-Parcours und schimpft: „Was für Asoziale waren das denn hier?!“

Mit zwei Müllwagen im Dauereinsatz

Angelo Roschka muss erst mal über Kartons steigen, um sein Altglas entsorgen zu können. Die Schuld sieht er bei Entsorgung Herne: „Es gibt hier eine hohe Bevölkerungsdichte, die Container müssen häufiger geleert, oder eben mehr aufgestellt werden.“

Ihm widerspricht der Müllwerker Onur Burak, der tagtäglich Container-Standorte säubert: „Hier in Herne gibt es sehr viele Container und wir sind mit zwei Fahrzeugen im Dauereinsatz – trotzdem sieht es an manchen Standorten wie Juliastraße, Rathausstraße und hier immer so aus!“ Manche Container würden auch samstags und sogar bis zu zweimal täglich geleert, berichtet er. „Noch häufiger ist nicht machbar.“

Keine Maßnahmen geplant

Ähnlich äußert sich Barbara Nickel, Sprecherin von Entsorgung Herne: „Das Problem ist uns bekannt, aber wir können nicht einfach hundert weitere Container aufstellen oder die Standorte noch häufiger anfahren. Die Kosten dafür müssten ja über Gebührenerhöhungen finanziert werden.“ Die vermüllten Standorte führt sie auf erheblich mehr Online-Einkäufe der Herner während der Pandemie zurück, somit falle aktuell einfach mehr zu entsorgendes Material an. Auch einen „Entsorgungs-Tourismus“ habe man festgestellt: „Liegt ein Container-Standort dafür günstig, wird dort auch häufiger illegal Müll abgelegt.“

Viele Container seien gar nicht überfüllt, erklärt Barbara Nickel. Häufig sei nur der Einschub verstopft, da viele Bürger ihre Kartons vor dem Einwerfen nicht ausreichend zerkleinerten. Dabei könnten ganze Kartons kostenlos beim Wertstoffhof Meesmannstraße entsorgt werden. „Und selbst wenn mal ein Container voll oder verstopft ist: Es ist jedem zuzumuten, den nächsten Container aufzusuchen.“ Die Standorte seien einfach per „Entsorgung Herne“-App auffindbar. Sie betont: „Das Müllablegen neben den Containern ist illegal!“

Entsorgung Herne stellt mehr Müll-Detektive ein

Seit 2017 setze Entsorgung Herne Mitarbeiter ein, um Verursacher von falsch entsorgtem oder illegal abgeladenem Müll zu finden und dagegen vorgehen zu können, gibt Barbara Nickel an. „Und Anfang November kommen zwei weitere Mülldetektive zur Unterstützung dazu.“

Diese Detektive fahren hoch frequentierte Container-Standorte ab und suchen im illegalen Müll etwa nach Adressaufklebern. Bis heute hätten sie gut 7000 Verunreinigungen an Container-Standplätzen und etwa 400 wilde Müllkippen festgestellt, zählt sie auf. Und: „Bei einem Drittel der Verursacher konnten sie ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten. In der Regel folgt darauf eine Geldbuße über 150 Euro.“

Kleidungsstücke außerhalb der Container werden entsorgt

Was viele nicht wissen: Kleidungsstücke, die außerhalb von Alttextilcontainern liegen, landen ausnahmslos auf der Müllkippe – auch die vom Bürgersteig auf der Roonstraße. „Da sie außerhalb der Container schmutzig werden, haben wir die Anweisung, sie wegzuschmeißen“, erklärt Müllwerker Onur Burak, während er die Kleidung in den Müllwagen befördert. Auch Barbara Nickel betont, dass nur saubere Alttextilien, „und bitte keine verdreckten Lumpen“, in Säcken verpackt in die Alttextilcontainer geworfen werden sollten – „sonst kommen sie nicht in den Verwertungskreislauf.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben