Verkehrserziehung

Verkehrswacht Wanne-Eickel warnt vor „Eltern-Taxis“

Na, kommt da vielleicht doch ein Auto? Polizeihauptkommissar Heinrich Klaas übt mit den Grundschülern das Überqueren einer Straße.

Foto: Rainer Raffalski

Na, kommt da vielleicht doch ein Auto? Polizeihauptkommissar Heinrich Klaas übt mit den Grundschülern das Überqueren einer Straße.

Herne.   Schulanfangsaktion der Verkehrswacht Wanne-Eickel hilft Kindern, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen. „Eltern-Taxis“ seien keine Lösung

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Vorbildlich guckt das Mädchen erst nach links, dann nach rechts – und wiederholt das Ganze. Doch obwohl kein Auto in Sicht ist, ist sie nicht ganz sicher, ob sie jetzt über die Straße gehen kann. „Darf ich?“, fragt die Erstklässlerin mit piepsiger Stimme und schaut den Polizisten auf der gegenüberliegenden Straßenseite an. „Das musst du selber entscheiden“, lautet die Antwort von Polizist Peter Seitz.

Geduldig und anschaulich erklärt er den zehn Kindern aus der Klasse 1a der Grundschule Jürgenshof, wie sie sicher die Straße überqueren können und rät: „Wenn ein Auto anhält, winkt es immer durch.“ Die Schulwegbegehung ist ein Teil der Schulanfangsaktion „Aufgepasst! – Wir sind unterwegs!“ der Verkehrswacht Wanne-Eickel, die sie in Kooperation mit der Polizei und der HCR durchführen.

„Eltern-Taxi“ ist Verkehrswacht ein Anliegen

„Das Schlimme ist, dass die Kinder heute überall hingebracht werden“, sagt Brigitte Wiehagen-Ikemann, Klassenlehrerin der 1a. Eltern glauben, dass dies den Schulweg sichere, aber genau das Gegenteil sei der Fall: „Wenn die Eltern ihre Autos zuhause lassen würden, wäre es sicherer.“

Das Thema „Eltern-Taxi“ ist auch der Verkehrswacht ein Anliegen. „Es muss wieder so sein, dass die Kinder lernen, den Schulweg selbst zu bewältigen“, fordert Heinrich Hendricks, erster Vorsitzender der Verkehrswacht. Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Schulbus der HCR. „Eltern müssen so früh wie möglich mit ihren Kindern üben, damit sie später sicher im Straßenverkehr sind.“ Außerdem sei es bequemer, Kindern den Schulweg beizubringen, als sie immer fahren zu müssen. In Infogesprächen würden diese und weitere Themen besprochen.

Verkehrswacht führt Seh- und Reaktionstest durch

Während die Erstklässler bei der Schulanfangsaktion den Schulweg – begleitet von den Theater-Ampelmännchen der Verkehrswacht – kennenlernen, gibt es für die Zweitklässler einen Fahrradparcours. „Außerdem führt die Verkehrswacht wieder den Seh- und Reaktionstest durch“, erklärt Verkehrswacht-Sprecher Herbert Terlau.

Vor einem Bus der HCR stehen die Drittklässler vor dem Bus und betrachten eine dreieckförmige grüne Fläche auf dem Boden: „Die Kinder lernen den Begriff toten Winkel kennen und was das für sie bedeutet“, erklärt HCR-Sprecher Dirk Rogalla. Dazu dürfen sie auch auf dem Fahrersitz Platz nehmen, um zu sehen, was er sieht. „Außerdem lernen sie das Verhalten in und um den Bus kennen, da gibt es viele Details, die Kindern nicht auffallen.“

Viel Spaß bei der Laserkontrolle

Viel Spaß haben die Viertklässler bei der Laserkontrolle, die sie mit den Polizisten durchführen. „Vorher haben wir ihnen ein bisschen die Technik erklärt“, sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Schurad.

Das nächste Auto fordern die Polizisten zum Halten auf, aber nicht weil der Fahrer zu schnell war, sondern weil er sich an die Geschwindigkeit gehalten hat. Dafür gibt es von den Schülern einen Lobkarte mit der Aufschrift: „Superman nimmt Rücksicht auf Kinder! Danke!“

>> WEITERE INFORMATIONEN: T-Shirts und rote Kappen

  • Die Verkehrswacht Wanne-Eickel führt nicht nur in Schulen Verkehrstrainings durch sondern hat auch Angebote für Kitas und Senioren.

  • Erstklässler erhalten T-Shirts und rote Kappen. Unterstützt wird das Ganze von der Herner Sparkasse und der Dekra. Auch die Stadt Herne unterstützt regelmäßig die Aktionen.

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