Samstagsinterview

„Verkaufsoffene Sonntage fördern das Image von Herne“

Norbert Menzel, Vorsitzender der IG City, sieht die Entwicklung in Herne auf einem guten Weg.

Norbert Menzel, Vorsitzender der IG City, sieht die Entwicklung in Herne auf einem guten Weg.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Der Einzelhandel sieht sich immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Dennoch sieht IG-City Norbert Menzel Herne auf einem guten Weg.

Der Einzelhandel sieht sich immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Mit Norbert Menzel, Vorsitzender der IG City Herne, sprach Theo Körner über die aktuelle Situation in Herne.


Herr Menzel, Sie sind seit rund zwei Jahren im Amt. Wie fällt ihre Bilanz für diese Zeit aus?

Menzel: Ich bin da durchaus zwiegespalten. Auf der einen Seite sorgt die Händlergemeinschaft für viele erfolgreiche Veranstaltungsformate wie Herne kulinarisch, Winzer- und Martinimarkt oder den Sternenbummel während der Einkaufszeit vor Weihnachten. Auf der anderen Seite konnten wir aufgrund rechtlicher Hürden mehrere Jahre keinen verkaufsoffenen Sonntag anbieten. Nun hoffen wir, dass der neue Antrag für Sonntag, 8. September, den Auflagen entspricht.


Was haben Sie geändert?
Da offene Sonntage nur noch da stattfinden dürfen, wo es auch gleichzeitig Programm für Besucher gibt, haben wir uns erst einmal auf die Bahnhofstraße beschränkt.


Führt das nicht zu Unmut unter den Händlern?
Dass daran auch Kritik von betroffenen Kaufleuten geübt wird, lässt sich kaum verhindern. Wir wollen aber jetzt erst einmal schauen, ob diese Form Akzeptanz findet. Bei einer Neuauflage schauen wir, wie wir entsprechend Programm auf den Seitenstraßen organisiert bekommen.


Was haben Sie denn jetzt für die Bahnhofstraße geplant?
Unter anderem den Automarkt in Verbindung mit der Präsentation von E-Fahrzeugen.


Warum sind Ihnen eigentlich die offenen Sonntage so wichtig?
Sie fördern das Image von Herne als Einkaufsstadt und locken Menschen in die City. Beides kommt dem Umsatz zugute.


Sie hatten vorhin von den erfolgreichen Veranstaltungsformaten gesprochen. Gilt das auch für Herne kulinarisch?
Absolut. In diesem Jahr mussten wir das Fest zwar aufgrund der Bauarbeiten vor Hertie absagen, aber 2018 konnte sich die Bilanz sehen lassen trotz mancher Kritik an dem Aufgebot an Stühlen und Tischen.


Sind Sie denn auch mit Martinimarkt und Martinilauf zufrieden?
Wir haben schon festgestellt, dass am Sonntag nach Ende des Martinilaufs auf dem Markt angesichts geschlossener Geschäfte nichts mehr los war. Denn ursprünglich gehörte zur Kombination von Markt und Lauf ein offener Sonntag. Nun legen wir den Lauf auf den Samstag.


Apropos Lauf: Wie beurteilen Sie eigentlich die Entwicklung in der Innenstadt?
Ich finde sie sehr positiv. Das City Center ist so gut wie komplett belegt, im Hertie-Haus geht es gut voran, ebenso mit der Sanierung des Europaplatzes. Die Leerstände, auch an der Behrensstraße, werden weniger. Für „Toys ,R’ us“ wurde ein Nachfolger gefunden. Das scheint auch für das ehemalige Lokal „Nils“ zu gelten, allerdings soll der neue Mieter kein Gastronom, sondern eine Versicherung sein. Ferner steht der Abriss des Adlergebäudes bevor. Damit ist der positive Effekt verbunden, dass wieder ein freier Blick auf die Bahnhofstraße möglich ist.


Das hört sich alles sehr gut an, aber gibt es nicht doch auch Schwachstellen?
Berücksichtigen sollte man natürlich, dass es noch drei Jahre dauert, bis alle Bauprojekte zum Abschluss gebracht worden sind. Richtig zufrieden kann man sicherlich nicht mit der Situation auf der Bahnhofstraße zwischen dem ehemaligen Hertie-Haus und der Bahnunterführung sein. Der Teil müsste attraktiver gestaltet werden.


Wie lässt sich das erreichen?
Wir helfen den Händlern gerne, aber die Initiative muss auch von denen ergriffen werden. Gemeinsam sollten wir nach Möglichkeiten suchen, damit der gesamte Bereich ansprechender wird und mehr Menschen anlockt.


Sie selbst sind vor gut zwei Jahren aktiv geworden, als es um das Freizeithaus im Revierpark ging. Wie läuft es seit der Übernahme?

Da bin ich sehr zufrieden. Das Freizeithaus wird sehr viel genutzt, beispielsweise für Betriebsversammlungen, Veranstaltungen oder Hochzeiten. Ein großes Plus ist das kostenlose Parken. Im Zuge der Instandsetzung hat auch überall moderne Technik Einzug gehalten. Das Restaurant ist vermietet und läuft sehr gut.


Kommen wir zurück zum Einzelhandel: Was plant die IG City für die Zukunft?
Neue Veranstaltungsformate stehen auf dem Programm. Ostern mit der Familie erlebte dieses Jahr seine Premiere auf dem Robert-Brauner-Platz, am Wochenende geht das Ruhrpottkino an den Start. Besucher können mithilfe von Top-Technik Open Air in der City Kultfilme sehen. Darüber hinaus planen wir noch einen Basketballtag mit dem HTC vor dem City Center: Die gesamten Angebote dienen dazu, dass sich der Einzelhandel behauptet.


Wie stark ist eigentlich inzwischen die Online-Konkurrenz?
Das ist ein sehr harter Wettbewerb und wir müssen uns darum kümmern, dass die Leute Spaß daran haben, sich in der Innenstadt aufzuhalten. Daher ist auch die Aufenthaltsqualität so wichtig. Und natürlich ist jeder einzelne Händler gefordert, sich in diesen Zeiten entsprechend aufzustellen.

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