Gericht

Vater aus Wanne misshandelte seine vier Kinder brutal

Der Prozess gegen den vierfachen Vater findet vor dem Landgericht Bochum statt.

Der Prozess gegen den vierfachen Vater findet vor dem Landgericht Bochum statt.

Foto: Ingo Otto

Herne.  Ein vierfacher Vater aus Wanne muss sich vor dem Landgericht verantworten: Er hatte seine vier Kinder misshandelt und ein Blutbad angedroht.

Ein Familienvater aus Wanne hat am Mittwoch zugegeben, seine vier Kinder brutal misshandelt zu haben. Auch die Ankündigung eines Blutbads in einem Kindergarten nickte der 39-Jährige zum Prozessauftakt vor dem Landgericht ab. Er hatte den Erzieherinnen in Anlehnung an den Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris gedroht: „Ihr seid alle nacheinander dran.“

Die in der Anklage geschilderten Geschehnisse vom 18. und 19. Januar 2015 machen sprachlos. „Ich war von einem Fußballspiel zurückgekommen, hatte auch noch eine Rote Karte bekommen“, hieß es in einem verlesenen Geständnis des Vaters. Als eines seiner vier Kinder (damals 2, 6, 7 und 9 Jahre alt) einen USB-Stick mit Urlaubsfotos in einem vollen Wasserglas versenkt hatte, war der 39-Jährige ausgerastet. Laut Anklage zerschmetterte er einen Plastikstuhl am Tisch, prügelte mit den abgebrochenen Stuhlbeinen erst auf seine Kinder ein, ehe er schließlich zwei Spielekonsolen zertrümmerte.

Kind musste blaue Flecken im Kindergarten erklären

Laut Anklage erlitten die Kinder Schürfwunden sowie blaue Flecken am Po und den Beinen. Nachdem das jüngste Kind im Kindergarten die blauen Flecken erklärt hatte („Das war nicht ich, das war der Papa!“), schalteten die Erzieherinnen sofort das Jugendamt ein. Als der Vater von den Anstrengungen erfuhr, alle vier Kinder in einer Kinderklinik untersuchen zu lassen, rastete er erneut aus. Er gab zu, wutentbrannt beim Kindergarten aufgetaucht zu sein. „Wenn ich meine Kinder nicht wiederkriege, mache ich das wie in Frankreich“, soll er gedroht haben.

In der Geständnis-Erklärung hieß es: „Heute habe ich erkannt, dass ich mich da nicht richtig verhalten habe.“ Fakt ist: Die vier Kinder waren zunächst aus der Familie genommen worden, der Angeklagte ausgezogen und ihm ist das Sorgerecht entzogen worden. Inzwischen ist die Familie wieder vereint. Weil der Vater unter Bewährung steht, steht für ihn viel auf dem Spiel. (wvb)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik