Festival

Urban Art Festival in Herne startet fulminant mit Tanzsolo

Die HipHop-Tänzerin Farah Deen auf der Flottmann-Bühne, wo „the Sky above, the Mud below“ das Urban Art Festival eröffnet.

Die HipHop-Tänzerin Farah Deen auf der Flottmann-Bühne, wo „the Sky above, the Mud below“ das Urban Art Festival eröffnet.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Mit ihrer Soloperformance „the Sky above, the Mud below“ zog die urbane Tänzerin Farah Deen das Publikum des Urban Art Festivals in ihren Bann.

Einen grandiosen Start hat das Urban Arts Festival - bisher bekannt als Pottporus Festival - am Donnerstagabend in den Flottmann-Hallen hingelegt. Mit der Salzburger HipHop-Tänzerin Farah Deen erlebten die Besucher eine ausdrucksstarke Grenzgängerin zwischen muslimischer und christlicher Welt.

Man ahnt es beim Einlass, als eine verhüllte junge Frau die Karten abreißt: Es ist Farah Deen, die sich wenig später auf der Bühne ihrer Kleider und des Niqabs entledigt, um in Shorts und Top ihre Reise anzutreten. In der kommenden Stunde wird sich die urbane Tänzerin aus den Reihen der international auftretenden Dance Company Hungry Sharks im Spannungsfeld der Religionen bewegen, zwischen Himmel und Erde („The Sky above, the mud below“), sich verbergend und enthüllend.

Von zwei Kulturen geprägt

Als Tochter einer Österreicherin und eines Vaters aus Sri Lanka lässt Farah Deen, Jahrgang 1990, auf der Bühne ihre eigenen Erfahrungen als eine von zwei Kulturen geprägte Frau einfließen, ohne sich der einen oder anderen zuzuordnen. Dabei geraten Klischees ins Kippen: Die präzisen, anmutigen Bewegungen der verschleierten Frau im bodenlangen Kleid entsprechen weder Bauchtanzästhetik noch dem Bild von der unterdrückten Muslimin. Beeindruckend wandlungsfähig erforscht die Solistin in wechselndem Gewand das Feld zwischen den Polen, mal sanft, mal ruppig, die Bandbreite der HipHop-Stile mit ihrer Ausstrahlung und tänzerischem Können ausnutzend.

Dabei entstehen starke Bilder im Zusammenspiel von Tanz, Bühnenbild, Licht und Klängen zwischen Regentropfen und pulsierendem Rhythmus. Ein Gebetsteppich, ein Vorhang, ein paar Podeste - mehr braucht es nicht, um die Halle immer wieder neu einzurichten. Es bleibt Raum für Ausdeutungen. Die Ornamentik auf dem Boden, die Handzeichen … Sie legen Spuren, geben aber keine Interpretation vor. Ein beeindruckender, stimmiger Abend.

Festival noch bis Sonntag

Das Festival geht am Freitagabend, 18.30 Uhr, in den Flottmann-Hallen mit der Premiere von #LUFT des Jungen Pottporus weiter, gefolgt um 20 Uhr von fünf Kurzchoreografien unter dem Titel Urban Dance Labor. Am Samstag beginnt dort um 19 Uhr der Ruhrpottbattle. Ab Sonntag, 14 Uhr zeigt der Alte Wartesaal im Herner Bahnhof Graffiti (Infusion #10).

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