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Und der diesjährige Literaturnobelpreis geht an...

Foto: Hannelore Foerster

Herne.   An diese Schriftsteller würden Herner die 2018 nicht offiziell vergebene Auszeichnung verleihen: Menasse, Proulx und Walser.

Am heutigen Donnerstag wäre er eigentlich verkündet worden, der Gewinner des Nobelpreises für Literatur. Die Skandale in der schwedischen Akademie um sexuelle Belästigung und Korruption haben jedoch dazu geführt, dass 2018 kein Schriftsteller für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Die WAZ hat eine eigene „Verleihung“ organisiert und drei literaturnahe Herner sowie drei Redakteure nach ihrem ganz persönlichen Nobelpreisträger gefragt. Dazu gibt es noch aktuelle Buchtipps.

Walsers Nachkriegsromane Martin Walser Foto: Stefan Sauer

Christian Ribbe (56), Leiter der Herner Musikschule.
An diesen Autor würde er den Literaturnobelpreis vergeben: „Für mich ist der mittlerweile schon 93-jährige Martin Walser ein Kandidat für den Literaturnobelpreis. Ich habe früher sehr viel von ihm gelesen und verfolge auch heute noch mit großem Interesse, was er macht. Am besten finde ich aber seine Nachkriegsromane über Schicksale in Deutschland.“
Und dieses Buch hat Christian Ribbe zuletzt gelesen: „Das Sachbuch ,Vom Neandertal in die Philharmonie - Warum der Mensch ohne Musik nicht leben kann’. Eckhart Altenmüllers Buch ist sehr informativ aber unterhaltsam geschrieben.“

Proulx’ Schiffsmeldungen

Ingrid von der Weppen (61), Leiterin der Stadtbibliothek Herne.
An diese Autorin würde sie den Literaturnobelpreis vergeben: „Ich habe mich für die Annie Proulx entschieden. Die Stimmung in ihrem Roman ,Schiffsmeldungen’ hat mich sehr beeindruckt. Es geht um einen Loser, der auf Neufundland einen Neuanfang startet. Toll fand ich auch Proulx’ Erzählung ,Brokeback Mountain’, die ja verfilmt worden ist.“
Und dieses Buch hat Ingrid von der Weppen zuletzt gelesen: „,Töchter’ von Lucy Fricke. Darin brechen zwei Frauen zu einer Fahrt in die Schweiz auf. Mit dabei ist auch der Vater einer Frau, der in der Schweiz sterben möchte. Es kommt aber alles ganz anders. Der Roman ist ernsthaft und witzig zugleich.“

Menasses Europa

Elisabeth Röttsches (61), Chefin der Buchhandlung Koethers & Röttsches an der Bebelstraße.
An diesen Autor würde sie den Literaturnobelpreis vergeben: „Robert Menasse - für sein gesamtes Werk und insbesondere seinen 2017 veröffentlichten Europa-Roman ,Die Hauptstadt’. Das Buch hat mich begeistert – mit einer tollen Sprache, einer interessanten Geschichte und vor allem der Idee, die dahinter steckt. Auch mehrere Kunden waren sehr angetan. Das ist ein Buch, das man seinen Kindern geben sollte, damit sie mehr über Europa und die europäische Identität erfahren. Meine Literaturhaus-Kollegin Verena Geiger hat mich noch gebeten, zu übermitteln, dass sie Haruki Murakami den Nobelpreis für Literatur verleihen würde.“
Und dieses Buch hat Elisabeth Röttsches zuletzt gelesen: „,Kriegslicht’ von Michael Ondaatje. Ein Junge entdeckt nach Kriegsende, dass seine Mutter eine Spionin war. Das ist spannend, aber auch toll geschrieben.“

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