Ungewöhnliche Geschäfte

„UnArt Design“: Herner produzieren Skyline-Aufkleber

Der Herner Designer Thomas Bobb montiert in seinem Geschäft „UnArt Design“ einen Bilderrahmen.

Der Herner Designer Thomas Bobb montiert in seinem Geschäft „UnArt Design“ einen Bilderrahmen.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  In ihrem Geschäft „UnArt Design“ produzieren zwei Herner Aufkleber mit den Skylines von Ruhrgebietsstädten. Auch ein Kirmesmotiv ist dabei.

Kreativ sind Dagmar Naumann und ihr Lebensgefährte Thomas Bobb schon länger. 2012 starteten die Wahl-Herner mit „UnArt Design“ neben ihren Berufen und vertrieben eine Zeit lang Leuchtbilder. Ihr neuestes Projekt sind Städteskylines der besonderen Art – der Weg zu diesem ungewöhnlichen Geschäft war jedoch etwas steinig.

Bis 2015 vertrieb das Paar die Leuchtbilder mit ganz verschiedenen Motiven aus dem Bereich Fantasy, Gothic und Autos, aber auch Landschaften waren darunter. „Als der Internethandel immer mehr wuchs, rentierte sich das für uns nicht mehr“, erklärt Thomas Bobb, der gelernter Schauwerbegestalter ist, aber auch als Maler und über 30 Jahre für die Videokette Atlantis gearbeitet hat.

„Ich war schon immer ein kreativer Mensch und habe überlegt, was wir stattdessen machen könnten.“ Zu der Zeit ging es los mit dem Zechensterben und dem Abschied von der Kohle. Zeitgleich erfuhr der 59-Jährige, dass ein Kollege die Möglichkeit hat, Material zu lasern. So entstand die Idee, Zechenmotive aus schwarzem Acrylglas herzustellen und diese als Lampen zu verkaufen.

Skylines zeigen zahlreiche Details

„Wir haben das damals dem Stadtmarketing vorgestellt“, erinnert sich Thomas Bobb. Die fanden die Motive schön, fragten aber nach einem Prüfzeugnis. „Eine neue EU-Norm schrieb vor, dass jede Lampe von einem zertifizierten Elektromeister geprüft werden muss.“ Kostenpunkt: 70 Euro pro Lampe. Eine Weile tüftelte das Paar an batteriebetriebenen Lampen. Da wurde die Montage aber dann zu kompliziert und so verwarf es diese Idee wieder.

Durch einen Zufall kamen Skylines ins Gespräch: „Mein Sohn hat eine Spendenaktion für Westfalia Herne mitorganisiert und brauchte für die Flyer die Skyline von Herne“, erklärt Thomas Bobb. Eine Suche im Netz habe ergeben, dass es nichts wirklich Schönes gibt. So setzte sich Bobb selber an den Rechner und entwarf eine Skyline. Das Besondere: Die Gebäude sind nicht nur Schemen, sondern haben zahlreiche Details. „Das kam so gut an, dass wir uns überlegt haben, weitere Skylines als Aufkleber zu entwerfen.“

Zunächst entstanden andere Ruhrgebietsstädte wie Gelsenkirchen, Dortmund, aber auch Düsseldorf. Die Umsetzung der Gebäude in die Grafiken sei zeitaufwendig – allein für das Brandenburger Tor brauchte Thomas Bobb sechs Stunden. „Aber es macht mir Spaß.“

Patchworkfamilie hat Wurzeln in Duisburg und Köln

Die Arbeit teilt sich das Paar auf. Dagmar Naumann arbeitet hauptberuflich als Kauffrau in einem Kosmetikgroßhandel in Wattenscheid. In ihrer Freizeit kümmert sich die 54-Jährige um den Onlineshop, während ihr Lebensgefährte die Grafiken entwirft. Platz dafür haben die beiden in ihrer Wohnung. „Seitdem die Kinder aus dem Haus sind, geht das problemlos.“ Die Patchworkfamilie hat Wurzeln in Duisburg und Köln, lebt aber schon lange in Herne.

Deshalb wissen sie auch um die Bedeutung der Cranger Kirmes. In Absprache mit den Schaustellern ist so ein Kirmesmotiv entstanden – versehen mit dem Schriftzug „Missing you 2020“. „Die Leute möchten etwas Besonderes und kleben sich nicht mehr wie früher alles auf ihre Autos“, weiß Dagmar Naumann. Deshalb setzt das Paar auf hochwertige Motive. Sondergrößen seien ebenfalls kein Problem. Die Skyline kann in groß bestellt werden, um beispielsweise ein Wohnmobil zu zieren. Das Sortiment wird stets erweitert: „Wenn es gut ankommt, machen wir vielleicht bald auch Kühlschrankmagnete.“

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