Nahverkehr

Überraschende Wende: 306 soll künftig häufiger fahren

Kommando zurück? Die Stadtverwaltungen Bochum und Herne wollten den Takt auf der Linie 306 in Wanne und Eickel ausdünnen. Nun hat sich die Bochumer Politik gegen diese umstrittenen Pläne ausgesprochen. Foto:Ralph Bodemer

Kommando zurück? Die Stadtverwaltungen Bochum und Herne wollten den Takt auf der Linie 306 in Wanne und Eickel ausdünnen. Nun hat sich die Bochumer Politik gegen diese umstrittenen Pläne ausgesprochen. Foto:Ralph Bodemer

Bei der Debatte über die Taktausdünnung der Linie 306 in Herne gibt es eine überraschende Wende. Nun könnte das Angebot sogar verbessert werden.

In der Diskussion über den künftigen Takt der durch Eickel bis zur Endstelle Wanne Hauptbahnhof führenden Straßenbahnlinie 306 zeichnet sich eine überraschende Wende ab: Bochumer Verkehrspolitiker haben sich entgegen des Vorschlags der Bochumer Verwaltung und eines Gutachters einstimmig dafür ausgesprochen, die Bahn auch auf Herner Stadtgebiet im 7,5 Minuten-Takt statt im 15-Minuten-Takt fahren zu lassen.

Freude bei der CDU Eickel

Das berichtet der CDU-Stadtbezirksverband Eickel unter Bezug auf die jüngste Sitzung des Bochumer Ausschusses für Mobilität und Infrastruktur. Das Gremium hatte sich anlässlich der Fortschreibung des Bochumer Nahverkehrsplans mit dem Thema befasst. Die Entscheidung soll am 14. Dezember im Bochumer Rat fallen.

„Wir haben den Widerstand unserer Verwaltung gebrochen“, sagt Dirk Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion in Bochum, auf Anfrage der WAZ. Eine Linie, bei der nicht jede Bahn komplett durchfahre – „das würde nicht funktionieren und wäre zu kompliziert“, so der Christdemokrat. Hintergrund: Bei einer Taktausdünnung würde die 306 zwischen Wanne Hauptbahnhof und der Bochumer Stadtgrenze nur im 15-Minuten-Takt, in Bochum aber im 7,5-Minuten-Takt fahren.

Die CDU Eickel freue sich über das Ergebnis der Bochumer Beratungen, erklärt Christoph Bußmann, Chef des CDU-Stadtbezirks Eickel. Die Umstellung vom derzeitigen 10-Minuten-Takt auf einen durchgängigen 7,5-Minuten-Takt werde von der Union „klar bevorzugt“. Er hoffe, dass sich diese Erkenntnis auch bei der Herner Verwaltung durchsetze.

Eickels Bezirksbürgermeister Martin Kortmann zeigt sich auf Anfrage überrascht von der Entwicklung in Bochum. „Das freut mich. Ein durchgängiger 7,5-Minuten-Takt wäre ganz in unserem Sinne“, sagt der Sozialdemokrat.

Stadt will sich zunächst informieren

Wie berichtet, hatten sich die Bezirksvertretungen Wanne und Eickel geschlossen gegen eine Taktausdünnung ausgesprochen. Der Herner Rat war dagegen mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Stadt Herne gefolgt und hatte für eine Taktausdünnung gestimmt. Auch SPD und CDU befürworteten im Rat diese umstrittene Änderung, obwohl sie sich zuvor im Planungsausschuss kritisch geäußert hatten. Einzige Ausnahme: SPD-Ratsherr Hendrik Bollmann enthielt sich der Stimme.

Und was sagt die Stadt Herne? Die wollte am Montag noch nicht Stellung nehmen. Die Verwaltung müsse sich zunächst einmal bei den Kollegen in der Nachbarstadt informieren, so Stadtsprecher Christoph Hüsken.

Aufgrund der Proteste gegen die Pläne hatte die Stadt Herne angekündigt, für die Linie 306 Anfang 2018 ein eigenes Gutachten hinsichtlich der Qualität, Quantität und Auslastung erstellen zu lassen.

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