Landgericht

Türsteher aus Herne wollte Anzeige erstatten: Festnahme

Sitzungssaal im Justizzentrum Bochum.

Sitzungssaal im Justizzentrum Bochum.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Bochum/Herne.  Im April taucht ein Herner im Gericht auf, will eine Anzeige erstatten. Was der 33-Jährige wohl ausgeblendet hat: Er wird als Dealer gesucht

Ein Türsteher aus Crange steht seit Montag in Bochum vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-Jährigen nach einem Drogen- und Waffen-Fund bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Februar vor, mit hochreinem Kokain und Marihuana gehandelt zu haben. Die Festnahme des Herners zwei Monate später verlief nach dem Motto „Dumm gelaufen“.

Seit April in der JVA Bochum

Der seit der Razzia in seiner Wohnung an der Claudiusstraße polizeilich gesuchte Herner war nämlich am 6. April von sich aus völlig überraschend im Bochumer Landgericht aufgetaucht, weil er angeblich eine Strafanzeige wegen Bedrohung erstatten wollte. Staatsanwältin Pia Tonk hatte diese Gelegenheit dann genutzt und dem völlig verdutzten Herner erklärt, dass er statt einer Anzeigenaufnahme vielmehr nun von ihr vorläufig festgenommen werde. Seitdem sitzt der 33-Jährige in der Bochumer Justizhaftanstalt Krümmede.

Rückblick: Am 8. Februar war die Wohnung des Herners in seiner Abwesenheit von Polizeibeamten durchsucht worden. Offenbar hatte es zuvor einen Tipp gegeben, die Wohnung an der Claudiusstraße doch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Resultat war ein „Volltreffer“: Neben fast 20 Gramm hochreinem Kokain waren die Beamten in den Räumen des 33-Jährigen auch auf mehr als 6,5 Kilogramm Marihuana (aufgeteilt in mehrere Tütchen) gestoßen.

Neben Drogen auch Waffen gefunden

Weil außerdem eine Schusswaffe (Walther P99) nebst Munition sowie ein sogenanntes Einhandmesser in Griffweite des Rauschgifts sichergestellt worden waren, lautet die Anklage auf bewaffneten Drogenhandel. Übliche Mindeststrafe laut Gesetz: fünf Jahre Haft.

Nach eigenen Angaben hat sich der bereits vorbestrafte Angeklagte zu Jahresbeginn häufig bei seiner Verlobten in Düsseldorf aufgehalten. Dass er im April durch sein Auftauchen am Bochumer Landgericht, um eine Anzeige zu erstatten, möglicherweise blauäugig gewesen ist, will der 33-Jährige allerdings nicht so stehenlassen. „Ich wollte mich doch stellen“, behauptete der Herner jetzt auf einmal beim Prozessauftakt. Angeblich soll es Bedrohungen gegen ihn und seine Familie gegeben haben.

Zu den Anklagevorwürfen der Bochumer Staatsanwaltschaft wollte sich der Herner beim Prozessauftakt vorerst noch nicht erklären. Sein Verteidiger Martin Gentz (Bochum) möchte sich zuvor lieber noch einmal ausführlich mit dem 33-Jährigen besprechen.

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