„Trümmertiefen“ bei Hülsmann: Transsylvanien lässt grüßen

Gothic-Rock in der Kulturgaststätte Hülsmann in Eickel: eine Schlagzeile, die man nicht unbedingt erwartet. Die Band „Trümmertiefen“ stattet der Bar ein Besuch ab. „Wir befördern das Gold und den Dreck an die Oberfläche, die von den Menschen bleiben, wenn man die dünne Hülle der Selbstbeherrschung wegkratzt“, heißt es auf der Homepage der Band. Heidewitzka, das kann ja heiter werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Gothic-Rock in der Kulturgaststätte Hülsmann in Eickel: eine Schlagzeile, die man nicht unbedingt erwartet. Die Band „Trümmertiefen“ stattet der Bar ein Besuch ab. „Wir befördern das Gold und den Dreck an die Oberfläche, die von den Menschen bleiben, wenn man die dünne Hülle der Selbstbeherrschung wegkratzt“, heißt es auf der Homepage der Band. Heidewitzka, das kann ja heiter werden.

Der Autor dieser Zeilen steht vor dem Eingang: Keine Schreie sind zu hören, kein Rauch tritt aus der Gaststätte heraus, so schlimm wird es ja dann wohl doch nicht sein. Bei Hülsmann dann ein gewohntes Bild. Eine Rockband spielt in der unteren Etage, oben Liebespaare oder Gruppen an den Tischen. Sind das doch nur blöde Klischees gewesen? Die Band, angeführt von Sängerin Joana Barks und Gitarrist und Sänger Sebastian, spielt unplugged. Es sind vor allem melodische Rockstücke zu hören, sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch. „Ich hoffe, euch allen ist kalt, denn jetzt kommt das Lied ‚Feuer‘“, kündigt Sebastian an. Es folgt eine Mischung aus Gothic und Folk im Mittelalter-Gewand. Nächstes Lied: „Jetzt wird es düster!“, sagt Sebastian. Endlich! Bislang lief noch kein Schauer den Rücken entlang. Schaut der geneigte Hörer im Musiklexikon „düster“ nach, so wird aller Voraussicht nach das Orgelstück „Organ Toccata“ von Johann Sebastian Bach erscheinen – bekannt aus „Dracula“. Und genau so eröffnet das Lied: Grüße aus Transsylvanien.

Die Stimmung in der Bar ist gut, die Menschen schlürfen am Bier und lauschen den dunklen Klängen. „Ich bin für jedes Genre offen“, erklärt Betreiber Sabedin Houssein Oglou. Wann das nächste Mal eine Gothic-Band neben den Hülsmann-Braukesseln auftritt, steht zwar noch in den Sternen, dieses Mal mussten die Besucher keine Angst haben, ihre „dünne Hülle der Selbstbeherrschung“ zu verlieren. Keine Friedhofsstimmung, keine Schreie, noch nicht mal ein Pentagramm: Es waren am Ende dann doch nur blöde Klischees.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben