Cranger Kirmes

Trotz Absage der Kirmes zieht es die Herner nach Crange

Das Cranger Tor und der Kirmesplatz werden in diesem Jahr verwaist bleiben, dennoch könnte es einige Herner am ersten Kirmeswochenende Richtung Crange ziehen.

Das Cranger Tor und der Kirmesplatz werden in diesem Jahr verwaist bleiben, dennoch könnte es einige Herner am ersten Kirmeswochenende Richtung Crange ziehen.

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Kirmes fällt aus, dennoch wollen offenbar am eigentlichen ersten Kirmeswochenende zahlreiche Menschen zum Festplatz nach Crange kommen.

In normalen Zeiten würde jetzt langsam das Kirmesfieber ansteigen. Weniger als zwei Wochen bis zum Start von Crange, Hunderte Menschen würden schon jetzt über den Kirmesplatz schlendern, um beim Kirmesaufbau zuzuschauen. Doch nach der Corona-bedingten Absage ist der Platz öde und fast leer. Nur der Rummel-Gastro und der Ritter-Biergarten halten die Erinnerung an das größte Volksfest NRWs aufrecht. Allerdings: Es mehren sich Anzeichen, dass es am eigentlichen ersten Kirmeswochenende, am 7. und 8. August, trotzdem heißt: Piel op no Crange.

So plant Timo Lichte, der den Rummel-Gastro auf die Beine gestellt hat, am Freitag, 7. August, um 14 Uhr eine kleine Zeremonie, die ein ganz klein wenig an die Eröffnungsfeier in der Bayern-Festhalle erinnern soll. Zugesagt habe bereits ein Vertreter des Sponsors Warsteiner-Brauerei, er wolle ein symbolisches Zehn-Liter-Fässchen Bier mitbringen. Auch Oberbürgermeister Frank Dudda wolle vorbeischauen, erzählt Lichte im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. Ein Bergmanns-Unterstützungsverein werde für Musik sorgen. Mit dem bisherigen Verlauf des Rummel-Gastros zeigt sich Lichte zufrieden. Die Wochenende seien lebhaft, an den Werktagen würden Mitarbeiter der umliegenden Firmen vorbeischauen.

Alte Drogerie Meinken bietet Außer-Haus-Verkauf

Auch die Alte Drogerie Meinken stellt sich darauf ein, dass es am ersten Kirmeswochenende einige Fans Richtung Crange ziehen wird. Deshalb plant Peter Meinken den Aufbau eines Kiosks für einen Außer-Haus-Verkauf. Er kann sich vorstellen, eine „Crange-Box“ zum Mitnehmen anzubieten. Ein Verweilen vor dem Ladenlokal werde nicht möglich sein, so Meinken. Um sicherzustellen, dass es keine unerwünschten Menschenansammlungen gibt, die die Gefahr einer Übertragung der Corona-Infektion erhöhen, werde ein Sicherheitsdienst am Freitag und am Samstag im Einsatz sein.

Mehr Gäste, die verweilen, wünscht man sich beim „Ritter“. Der Biergarten bietet mit seiner Lage einen direkten Blick auf den Kanal, doch das Geschäft sei bisher ruhig, so René Ritter im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. Über mehr Kundschaft würde er sich freuen, doch dann könnte es auch schnell passieren, dass es schwer wird, die Abstandsregeln einzuhalten.

Oskar am Kanal: An den Kirmeswochenenden Zutrittnur mit gültiger Reservierung

Dass zahlreiche Menschen die Kirmes-Zwangspause offenbar nicht ohne Weiteres vorüberziehen lassen wollen, deutet sich am Beispiel des Steinmeister-Biergartens „Oskar am Kanal“ an. Er verzeichne für die gesamte Kirmeszeit bereits seit einigen Tagen eine deutliche erhöhte Reservierungsnachfrage, so Oskar Steinmeister im Gespräch mit der Herner WAZ-Redaktion. Was er unbedingt vermeiden will: Zustände wie zur Kirmes. Dazu muss man wissen: Gerade an den Wochenende ist der Steinmeister-Stand auf der Kirmes von Hunderten jungen Menschen umringt.

Deshalb hat er ein umfassendes Konzept erarbeitet: An beiden Wochenenden (freitags und samstags) sowie am „Eröffnungsdonnerstag“ wird der Zutritt zu „Oskar am Kanal“ nur mit vorheriger Reservierung möglich sein. Sollten Restplätze freibleiben, werden diese vor Ort vergeben. Ab sofort können sich Interessierte unter ww.oskaramkanal.de/reservierung für eine Reservierung bewerben. Da Steinmeister davon ausgeht, dass es mehr Interessierte als Plätze gibt, werden unter den Anfragen für die ersten drei Tage am 30. Juli die Plätze verlost, für das zweite Wochenende am Montag, 3. August. Darauf erhalten alle Interessenten eine Mail mit einer Bestätigung oder einer Absage. Für diese Wochenenden bestätigte Reservierungen bleiben bestehen.

Mit diesem Konzept will Steinmeister die klare Botschaft senden, dass es gerade für größere Gruppen keinen Sinn mache, sich ohne Reservierung auf den Weg zum Biergarten an der Künstlerzeche zu machen. Für alle Eventualitäten stehe auch ein Sicherheitsdienst bereit.

Bei der Stadt beobachtet man die Pläne aufmerksam und appelliert an jene Menschen, die sich zum Kirmesplatz aufmachen, den Sicherheitsabstand einhalten.

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