Comedy

Tine Wittler wirft in Herne Blicke hinter den Tresen

Tine Wittler bei einem Auftritt in Duisburg.

Tine Wittler bei einem Auftritt in Duisburg.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Sängerin, Autorin und Moderatorin Tine Wittler hat mit ihrem Programm „Lokalrunde“ in Herne gastiert. Das Kneipenleben ist ihr Thema.

Als Wirtin bedarf es oft eines dicken Fells, wenn vor dem Tresen mal wieder alles drunter und drüber geht oder der Zapfhahn partout nicht laufen will. Darüber kann auch Tine Wittler ein Lied singen, oder besser gesagt „Tresenlieder, schlückchenweise“. Ihre „Lokalrunde“ füllte am Freitag das Kleine Theater in der Neustraße.

Getränke müssen zwar draußen bleiben, aber die ewig umtriebige Sängerin, Autorin, Moderatorin und zuweilen auch Schauspielerin weiß auch ohne Schnäpschen für Stimmung zu sorgen: „Guten Abend! Geht es euch gut?“ begrüßt Tine Wittler ihre Gäste. „Und selbst?“, kommt es zurück. Das Stichwort, um von einer beschwerlichen Anfahrt zu berichten, die in der Hitze wirklich kein Pappenstiel gewesen sei. Alles, wovon sie singt, habe „Muddi“ selbst erlebt, die vor 16 Jahren in Hamburg unter die Gastronomen ging, ehe sie im beschaulichen Jabel, irgendwo in Niedersachsen, ihre Dorfkneipe eröffnete.

Zwischendurch gab es kleine Anekdoten

Eine gesungene Liebeserklärung an ihren Laden und alle anderen kleine Kneipen auf der Welt erzählt von deren unscheinbarem Äußeren am Tag, ehe schließlich die Sonne untergeht und sich die Gaststätten mit Menschen und Zigarettendunst füllen. Ja, das ist im Ruhrgebiet schon einige Zeit her und hat so manch kleiner Eckkneipe das Genick gebrochen, vor der sich Tine Wittler mit beherztem Gesang und Pianoklängen vom Band verbeugt.

Kleine Anekdoten zwischen den Stücken geben Einblicke in das herrliche Wirrwarr hinter dem Tresen und zeichnen die gerne mal verschrobenen, doch in der Regel liebenswürdigen Gäste davor. Diese etwa lägen sich spätestens ab halb drei in Nacht in den Armen, wenn niemand mehr alleine nach Hause gehen wolle, besingt Tine Wittler die Szenerie und verrät am Schluss doch nicht, was da bei ihr im Nachttisch auf sie wartet, wenn sie den Laden alleine verlässt. Die kleinen Chansons kommen locker daher und der eine oder andere Besucher wird sich in ihnen wiedererkennen.

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