Tierquälerei

Tierheim entsetzt: Katze in Herne von Gewehrkugeln verletzt

Die Katze Chalea wurde mit zwei Kugeln im Körper (links) ins Tierheim in Herne gebracht. Dort wird sie nun aufgepäppelt.

Die Katze Chalea wurde mit zwei Kugeln im Körper (links) ins Tierheim in Herne gebracht. Dort wird sie nun aufgepäppelt.

Foto: Tierheim

Herne.  Ein weiterer Fall von Tierquälerei in Herne: Tauben und Enten wurden mit Pfeilen beschossen, nun auch eine Katze mit Gewehrkugeln.

Im Tierheim Herne-Wanne ist eine Katze abgegeben worden, die mit einem Luftgewehr beschossen wurde. Die Bleikugeln sind mittlerweile herausoperiert worden, das Tier ist wohlauf. Wolfgang Scheibel, Vorstand im Tierheim, ist entsetzt.

Chalea heißt ist die süße, schwarz-weiße Katze, die jetzt im Tierheim in Wanne-Eickel aufgepäppelt wird. Dass sie beschossen wurde, kam nur durch Zufall heraus: Sie lebte als verwilderte Katze in Holthausen und hatte gerade geworfen. Eine Anwohnerin informierte das Tierheim, eine Mitarbeiterin kam und fing das Muttertier mit den drei Katzenjungen ein. Als es im Tierheim untersucht wurde, fielen der Mitarbeiterin die Wunden auf. Bei einer Operation wurden zwei Kugeln aus einem Luftgewehr herausoperiert, sagt Scheibel.

Herne: Entzündete Schusswunden quälen die Tiere

Nun wird die Katze, die offensichtlich schon einige Jahre auf dem Buckel habe, gesund gepflegt; auch kastriert worden sei sie bereits. Tierheim-Vorstand Scheibel zeigt sich fassungslos. Wer auf Tiere schieße, mit denen stimme etwas nicht, sagt er. Es sei nicht ausgeschlossen, dass diese Täter später auch auf Menschen schießen. Wenn sich Schusswunden entzündeten, erklärt er, sei das mit vielen Qualen verbunden. Auch könnten die Bleikugeln zu Vergiftungen führen.

Was mit Chalea passiert, wenn sie aufgepäppelt ist, das sei noch unklar: „Mal schauen, wie sie sich entwickelt“. Sie sei verwildert und „extrem angriffslustig“, deshalb könne sie nicht in einer Wohnung gehalten werden. Es sei aber denkbar, dass sie auf dem Gelände des Tierheims oder vielleicht sogar auf einem Bauernhof als Freigänger leben kann.

Hund Freddy wurde mit 17 Kugeln im Körper getroffen

Dieser Fall erinnert Scheibel an Freddy: Der Hund, der im Tierheim lebt, sei vor einigen Jahren ebenfalls mit Kugeln im Bauch eingeliefert worden – sage und schreibe 17 an der Zahl. Sie hätten aber nicht herausoperiert werden können, und nun müsse das Tier mit ihnen leben: „Er hat gute und schlechte Tage.“ Wenn man mit Freddy knuddele, könne es sein, dass ihm die Schrotkugeln Schmerzen bereiteten – entsprechend reagiere er.

In Herne ist der Fall mit der beschossenen Katze ein weiterer Fall von Tierquälerei. Erst vor kurzem wurden mehrfach Tauben, aber auch eine Ente mit Pfeilen beschossen. Mindestens ein Tier kam dabei ums Leben. Bei den Pfeil-Attacken liefen die Ermittlungen auf Hochtouren, sagt Polizeisprecher Volker Schütte – bislang leider ohne Erfolg. Leider komme es immer wieder vor, dass Tiere angegriffen, beschossen werden, weiß Schütte aus langjähriger Erfahrung: „Da sieht man, wie unmenschlich Menschen sein können“, kommentiert er.

Corona-Krise macht Tierheim schwer zu schaffen

Das Tierheim Herne-Wanne an der Hofstraße bekomme die Auswirkungen der Corona-Krise immer stärker zu spüren. Nun landeten Tiere im Tierheim, die sich Menschen in der Pandemie angeschafft hätten, jetzt aber loswerden wollten, sagt Wolfgang Scheibel vom Tierheim Herne-Wanne.

„Die Menschen hatten Zeit und wollten nicht alleine sein“: So beschreibt Scheibel (64) den Umstand, dass sich Menschen vor allem zu Beginn der Corona-Krise Tiere angeschafft hätten. Die Menschen seien oft zu Hause, etwa im Homeoffice, und wollten deshalb jemanden um sich haben. „Jetzt landen viele der Tiere im Tierheim“: Die Besitzer hätten gemerkt, dass Hunde und Katzen auch Arbeit bedeuteten, andere hätten jetzt keine Zeit mehr für sie.

Auch finanziell leide das Tierheim unter Corona. Rund 50.000 Euro an Einnahmen seien durch abgesagte Feste, auf denen Geld gesammelt werde, weggebrochen. Das sei ein Sechstel des Etats. Auch würden in den Ferien diesmal kaum Tiere in die Tierpension des Tierheims gegeben, weil Herrchen und Frauchen zu Hause blieben – auch diese Einnahmen fehlten. Zum Glück, so Scheibel, stützten einige Menschen gerade jetzt das Tierheim mit Spenden, sonst sehe es zappenduster aus. Aktuell lebten in der Einrichtung rund 50 Katzen, 20 Hunde und rund 15 Kleintiere, darunter Kaninchen.

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