Adventsfest

Tamilische Katholiken feierten ein buntes Fest in Herne

31 Jahre alt ist die Tamilisch-Katholische Gemeinde  in Herne. Nun war sie Gastgeber fürs Adventsfest der Gemeinden im Ruhrgebiet.

Foto: Rainer Raffalski

31 Jahre alt ist die Tamilisch-Katholische Gemeinde in Herne. Nun war sie Gastgeber fürs Adventsfest der Gemeinden im Ruhrgebiet. Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Die Tamilisch-Katholischen Gemeinden im Ruhrgebiet kamen in Herne zusammen. Die Veranstaltung wurde zum bunten Fest.

Die Adventszeit hat begonnen und mit ihr die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Die Tamilisch-Katholische Gemeinde Herne ist aus diesem Anlass in der Grundschule Jürgens Hof zusammengekommen: Etwa 100 Christen erlebten am Samstag ein umfangreiches Bühnenprogramm und schauten zurück auf die 31-jährige Geschichte der Gemeinde.

Die Tamilen blicken auf eine über 2000 Jahre alte Kultur zurück, die sich vermutlich im heutigen Indien bildete. Archäologische Funde legen dies zumindest nahe; eine genaue Bestimmung ist jedoch nicht möglich. Von Sri Lanka aus flüchteten viele Menschen in den 1980er-Jahren vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land nach Europa, wo sich erste Glaubensgemeinschaften bildeten. „Die Herner Gemeinde war so etwas wie die Speerspitze der tamilischen Katholiken in Deutschland“, berichtet Robert Richard, der zweite Vorsitzende der Herner Gemeinde.

Pfarrer wurden gesucht

Damit in Deutschland Messen stattfinden konnten, mussten zunächst Pfarrer gefunden werden, die in der tamilischen Sprache ausgebildet waren, erzählt er. Dazu sei auch der Vatikan kontaktiert worden, der die Notlage erkannt und geholfen habe. Inhaltlich unterscheide sich der tamilisch-katholische Glaube nicht vom „konventionellen“, auch wenn die traditionelle Kleidung einiger Besucher Assoziationen zum Hinduismus weckt. Tatsächlich sind die katholischen Tamilen eine Minderheit in der eigenen Volksgruppe: Um die 90 Prozent seien hinduistischen Glaubens, lediglich fünf Prozent Christen.

Das gemeinsame Adventsfest der Gemeinden im Ruhrgebiet unterliege einer jährlichen Rotation: Jedes Jahr werde eine andere Stadt als Veranstaltungsort ausgewählt, sagt Robert Richard. Diesmal war Herne dran.

Bunte Kleider und Gesänge

Zwar endete der Bürgerkrieg in Sri Lanka 2009, für viele Geflüchtete ist Europa aber längst zur neuen Heimat geworden. Etwa 60 000 Tamilen, heißt es, leben in Deutschland und erhalten in ihren Gemeinden, ihre Kultur und nicht zuletzt ihre Sprache.

Ein Adventsfest auf Tamilisch wie jetzt in Herne ist durchaus exotisch: Bunte Kleider und Gesänge, die vertraut und doch fremd wirken, laden ein, den „heimischen Glauben“ neu zu definieren – um ihn neu kennen zu lernen.

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