Urteil

Supermarkt-Kunden ausgeraubt: Keine Bewährung für Mann (64)

Ein Serientäter (64) stand nun vor Gericht. Auch in Herne schlug er zu.

Ein Serientäter (64) stand nun vor Gericht. Auch in Herne schlug er zu.

Foto: Volker Hartmann / picture alliance / Volker Hartmann/dpa

Herne.  Eine Bande hat ältere Supermarkt-Kunden bestohlen – auch in Herne. Nun stand einer der Täter vor Gericht. Warum er keine Bewährung erhielt.

Sieben Jahre nach einer Serie von Trickdiebstählen zulasten älterer Supermarktkunden ist ein Mann (64) am Donnerstag am Bochumer Landgericht zu einem Jahr und sieben Monaten Haft verurteilt worden.

In Herne-Süd hatten der Angeklagte und seine Komplizen ihr Unwesen getrieben. Dem Familienvater war es nach der Tatserie 2013 gelungen, sich abzusetzen. Danach war der 64-Jährige, auch unter Verwendung von Alias-Personalien, offenbar jahrelang in Frankreich untergetaucht. Komplizen, darunter auch zwei junge Frauen, waren dagegen bereits 2013 festgenommen und am Bochumer Landgericht verurteilt worden.

Herne: Angeklagter wartete im „Arbeitsfahrzeug“

Dass das jetzt auch noch dem Angeklagten passiert ist, hatte mit einer – unter anderem coronabedingt wieder eingeführten – Einreisekontrolle an der deutsch-österreichischen Grenze zu tun. Am 24. Juni war der Mann aus Serbien dort aufgeflogen und festgenommen worden. Im Prozess vor der 10. Strafkammer legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Spezialisiert waren er und seine Bande auf Taschendiebstähle in oder vor Supermärkten. Die Tatorte lagen im Ruhrgebiet und im Münsterland. Während der Angeklagte in der Regel im „Arbeitsfahrzeug“ wartete, wurden die im Durchschnitt über 80 Jahre alten Opfer von einem der Taschendiebe angerempelt, angesprochen und bestohlen. Bei der Tat in Herne-Süd waren einem älteren Herrn am 15. Februar 2013 Geldbörse, Wohnungsschlüssel, Führerschein und Schwerbehindertenausweis abgeluchst worden.

Der Angeklagte hatte nach drei Monaten U-Haft gehofft, wieder freizukommen. Doch auch mit Blick auf seine Vorstrafen in Frankreich – dort war er vor Jahren wegen eines Tötungsdeliktes zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden - sahen die Richter für eine Bewährungschance keinen Raum.

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