Spielplätze

Streit um Austausch von Sand

Foto: WAZ Fotopool

Herne.   Die CDU in Herne kritisiert diese Praxis der Verwaltung: Sand wird auf Spielplätzen einmal im Jahr gereinigt und alle zehn Jahre erneuert. Das Land dagegen empfiehlt einen jährlichen Wechsel

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In einem Zeitraum von zehn Jahren kann eine Menge passieren. So hat Bayern München seit 2003 sechs Deutsche Meisterschaften und fünf DFB-Pokalsiege errungen. Und der in Herne aufgewachsene Schauspieler Wotan Wilke Möhring schafft es sogar, innerhalb von zehn Jahren in nicht weniger als 57 Filmen mitzuwirken. Etwas anders verhält es sich allerdings mit Herner Sandkästen.

Der Sand auf städtischen Spielplätzen und in Kitas wird nämlich nur alle zehn Jahre komplett ausgetauscht. Das erfuhr die CDU auf ihre pünktlich zum Start der Sandkastensaison gestellte Anfrage im Jugendhilfeausschuss. Die „oftmals nicht nachvollziehbaren langen Intervalle“ bei der Reinigung von Sandkästen hätten Irritationen bei Eltern ausgelöst, begründete die CDU-Stadtverordnete Gabriele Meißner den Vorstoß.

Zu Irritationen besteht aus Sicht der Verwaltung jedoch kein Anlass. Die Praxis stellt sich nach Angaben von Stadtsprecher Horst Martens für jeden der insgesamt 148 städtischen Spielplätze mit Sandfläche in der Regel so dar: Einmal pro Woche finde eine Kontrolle mit einer „Grobreinigung“ (Entfernung von Flaschen, Zigarettenkippen und anderem Unrat) statt.

Einmal im Jahr gebe es eine „mechanische Reinigung“ mit einer Maschine, bei der der Sand gesiebt werde. Und alle zehn Jahre rückten Lkw mit einer neuen Ladung Sand an. Unter besonderen Rahmenbindungen – zum Beispiel bei starkem Laubbefall – werde häufiger gereinigt.

Es gebe Gutachten darüber, so berichtet die Stadt, dass es sinnvoll sei, den Sand nur alle zehn Jahre auszutauschen. Neuer Sand erreiche auch erst nach sechs bis acht Wochen ein biologisches Gleichgewicht. Ein kürzeres Intervall beim Austausch sorge nicht für bessere hygienische Bedingungen.

Rechtlich nicht bindend

Die CDU zweifelt dies an. „Der Sand müsste häufiger ausgetauscht werden“, fordert die CDU-Stadtverordnete Gabriele Sopart. Mit ihren beiden jüngsten Enkelkindern (17 Monate und 5 Jahre) besuche sie häufiger Spielplätze: „Es ist schlimm, was dort teilweise liegt.“

Die CDU-Fraktion gibt sich mit der Antwort der Stadt nicht zufrieden und verweist auf Düsseldorf: Das Land habe einst die Empfehlung gegeben, so erinnert sich die Union, Sand auf Spielplätzen aus hygienischen Gründen einmal pro Jahr auszutauschen.

Das NRW-Umweltministerium bestätigt dies auf WAZ-Anfrage. Vor circa 15 Jahren habe das Land diesen Erlass herausgegeben, berichtet ein Ministeriumssprecher. Das sei aber rechtlich nicht bindend, sondern nur eine Empfehlung.

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