Bahnhofstraße

Stoffmarkt lockt mit geballtem Angebot in die Innenstadt

Ankerpunkt Stoffmarkt: Birgit Ehlenbröker deckte sich am Samstag auf der Bahnhofstraße am Stand von Händler Twan Gerrits ein. Fotos:Rainer Raffalski

Ankerpunkt Stoffmarkt: Birgit Ehlenbröker deckte sich am Samstag auf der Bahnhofstraße am Stand von Händler Twan Gerrits ein. Fotos:Rainer Raffalski

Herne.   Jede Menge Stoff gab es am Samstag in der Herner Innenstadt zu begutachten. Beim Stoffmarkt lockten rund 100 Händler mit ihrem Angebot.

Am Samstag hat sich auf der Bahnhofstraße alles um Stoff gedreht. Egal ob für Kleidung, Gardinen oder auch Möbel, egal welche Farbe oder welches Muster – auf dem deutsch-niederländischen Stoffmarkt war für jeden Nähenthusiasten etwas dabei.

„Nähen ist hip“, meint Twan Gerrits. Der Niederländer verkauft schon seit sieben Jahren Stoffe. Zunächst im Geschäft seiner Eltern, doch seit einem Jahr ist er selbstständig mit „Stoffe Twan“ unterwegs, um seine Waren zu vertreiben. Auf dem Stoffmarkt in Herne sei er schon in den vergangenen Jahren dabei gewesen. „Die Herner sind sehr nett, immer froh und nie sauer“, sagt Twan Gerrits, „selbst bei schlechtem Wetter“, merkt der Niederländer noch lachend an und wendet sich wieder seiner Kundschaft zu. Diese sei diesmal viel jünger als noch vor einigen Jahren, meint er.

Da kann ihm auch Tina Demir nur zustimmen, die schon seit 20 Jahren im Stoffhandel tätig ist: „Es wird allgemein wieder mehr genäht, und auch junge Leute finden wieder Gefallen daran.“

Frank Körner, Marktleiter vor Ort, vermutet, dass die Leute wieder mehr Wert auf Qualität und Individualität legen. „Man will nichts von der Stange“, sagt Körner. Schließlich verkauften viele Läden heutzutage meist ähnliche Stoffe. „Und wenn man selbst näht, weiß man, welche Qualität das Stück hat und wo es herkommt“, fügt Körner hinzu. Außerdem biete man den Besuchern des Stoffmarktes einen guten Service an. „Die Händler kennen sich nicht nur bestens mit den Stoffen aus, sondern bestimmen die Größe des Kunden und welche Stoffmenge benötigt wird“.

Die Vielfalt an Stoffen lobt auch Andrea Berens, die als Besucherin auf dem Markt unterwegs ist. Sie selbst habe vor zwei Jahren mit dem Nähen angefangen. „Und das eigentlich nur, weil meine Hosen immer zu lang waren“, verrät Berens. Mittlerweile schätze sie am Nähen besonders das Kreativsein. Und auch sie bestätigt: „Nähen ist wieder im Trend“.

Einzigartig und extravagant

Natalie Allzeit, eine weitere Besucherin, findet, dass man durch Nähen seine Individualität zum Ausdruck bringen kann: „Ich kann mir genau aussuchen, was ich will“, erklärt Allzeit. Dadurch könne sie zeigen: „Ich bin anders als alle anderen.“ Auch andere Besucher betonen besonders die Einzigartigkeit und Extravaganz von selbstgenähten Stücken.

Ob Nähen wirklich wieder hip ist, darüber sind sich aber nicht alle einig. Eine Besucherin aus Recklinghausen hat eher das Gefühl, dass Nähen rückläufig ist: „Früher musste jeder nähen können, das ist anders als heute“. Auch Stoffhändler Udo Feltex aus Trier hat nicht das Gefühl, dass sich wieder mehr Leute für das Nähen interessieren, die Zahl der Kunden sei konstant. Für Herne muss man hinzufügen: konstant hoch.

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