Stadtgeschichte

Steinernes Herner Stadtwappen soll neuen Standort erhalten

Wegen der Schließung des städtischen Bauhofs an der Straße Am Trimbuschhof wurde das in den 50er-Jahren erstellte steinerne Herner Stadtwappen entfernt (Bild) und zwischengelagert. Nun wird ein neuer Standort gesucht.

Wegen der Schließung des städtischen Bauhofs an der Straße Am Trimbuschhof wurde das in den 50er-Jahren erstellte steinerne Herner Stadtwappen entfernt (Bild) und zwischengelagert. Nun wird ein neuer Standort gesucht.

Foto: Jörg Maier

Herne.  1954 stellte Herne steinerne Stadtwappen an Haupteingangsstraßen auf. Für ein noch erhaltenes Kunstwerk dieser Reihe wird ein Standort gesucht.

Über Jahrzehnte war das steinerne Schild mit dem alten historischen Wappen der Stadt Herne nur Insidern und Nachbarn des Bauhofs Am Trimbuschhof in Horsthausen bekannt. Nach Schließung des Bauhofs zum 31. August ist das Schild eingelagert worden. Politiker und Hobby-Historiker haben aber bereits einen neuen Standort im Blick.

1954 hätten Kultur- und Hauptausschuss in Herne die Weichen für die Herstellung von Stadtwappen gestellt, berichtet Sodingens Bezirksbürgermeister Mathias Grunert (SPD). Die Idee dahinter: Aus Gründen der Stadtwerbung sollten an den Herner Haupteingangsstraßen die steinerne Wappen aufgestellt werden. Diese seien in der Folge aus dunklem Kunststein nach einem Entwurf des Malers Her­mann Gesing hergestellt worden, der beispielsweise auch das überlebensgroße Relief eines St. Florian für das Gebäude der Feuerwache an der Sodinger Straße geschaffen habe, so Grunert.

1974 verloren Wappen ihre eigentliche Funktion

Entstanden seien vermutlich zehn steinerne Schilder mit einer Höhe von etwa 1,65 Meter, in die in einer farbigen Terrazzoarbeit das alte Herner Wappen eingefügt worden sei und die an den Stadtgrenzen aufgestellt worden seien. „Nachdem allerdings 1974 das alte Wappen der Stadt Wanne-Eickel in leicht veränderter Form das der neuen Stadt Herne wurde, hatten die Wappensteine ihre eigentliche Funktion verloren“, erklärt Grunert. Nach und seien sie verschwunden beziehungsweise entsorgt oder zerstört worden. Nicht so am städtischen Bauhof.

Der Bezirksbürgermeister ist sich mit Gerd Biedermann, Mitglied der Geschichtsgruppe „Die Vier“ und der Facebook-Gruppe „Herne von damals bis heute“, darin einig, dass das derzeit eingelagerte Kunstwerk „unbedingt für die Öffentlichkeit erhalten werden muss“. Auf Initiative von Grunert und SPD-Fraktions-Chef Ernst Schilla wird sich die Bezirksvertretung Sodingen schon in Kürze mit dem Thema befassen (siehe Box).

Vorschlag: Kunstwerk soll vor die neue Herner Feuerwache

Ein konkreter Vorschlag liegt vor: Schilla, Lutz Hammer von der Herner Firma Reckli und der Hobbyhistoriker Gerd E. Schug regen an, das Stadtwappen am künftigen Standort der neuen Feuerwache an der Werkshallenstraße in Horsthausen aufzustellen. Die Vorteile: Dieser sei nur wenige Meter vom letzten Standort entfernt, öffentlich zugänglich und nach dem Neubau der Wache rund um die Uhr bewacht. Zudem bliebe das historische Stadtwappen so im Stadtbezirk Sodingen.

Darüber hinaus habe die Firma Reckli angeboten, für die Zukunft auf eigene Kosten einen Antigraffiti-Schutz auf dem Kunstwerk aufzubringen, so Grunert. Hintergrund: Das eingelagerte Wappen muss vor einer Neuaufstellung gereinigt werden, weil es zwischenzeitlich von einem Sprayer besprüht worden sei.

Nach dem ersten öffentlichen Aufschlag ist übrigens inzwischen ein zweites erhaltenes Stadtwappen aufgetaucht: Bei Mathias Grunert hat sich die Herner Familie Pätsch gemeldet, in deren Garten ein steinernes Schild aus der Serie steht. Die Familie sei gerne bereit, dieses Wappen bei Interesse dem Heimatmuseum zur Verfügung zu stellen, so der Bezirksbürgermeister.

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