Verkehr

Stadt legt nach fünf Jahren Parkraumkonzept Herne-Süd vor

Das Marien Hospital am Hölkeskampring ist für Stadt und Politik Hauptverursacher des zeitweise hohen Parkdrucks in Herne-Süd. Der Klinikbetreiber weigerte sich bisher, am Hölkeskampring ein Parkhaus zu bauen.

Das Marien Hospital am Hölkeskampring ist für Stadt und Politik Hauptverursacher des zeitweise hohen Parkdrucks in Herne-Süd. Der Klinikbetreiber weigerte sich bisher, am Hölkeskampring ein Parkhaus zu bauen.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Was gaaanz lange währt ...: Die Stadt hat nach knapp fünfjährigem Vorlauf ein Parkraumkonzept für Herne-Süd vorgelegt. Das ist konkret geplant.

Nach knapp fünfjährigem Vorlauf hat die Stadt endlich einen Vorschlag für ein Parkraumbewirtschaftungskonzept in Herne-Süd vorgelegt. Konzepte für vier Herner Bereiche mit ebenfalls hohem Parkdruck könnten folgen.

Am Donnerstag will die Stadt im Bezirk Herne-Mitte erstmals mit der Politik über den aktuellen Entwurf für Herne-Süd sprechen, der sich eng an bereits 2017 vorgelegten Plänen orientiert. Beschlossen werden soll das Konzept am 5. November im Rat. Die Umsetzung werde aber nicht vor dem zweiten Quartal 2020 erfolgen, betont die Stadt.

Bewohnerparkausweise für 30 Euro im Jahr

Ein Gebiet mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer will die Stadt künftig in Herne-Süd bewirtschaften. Das Marien Hospital am Hölkeskampring findet sich ebenso in diesem Bereich wie der Südpool und die Kolibri-Schule. Für Stadt und Politik ist das Krankenhaus Hauptverursacher des zeitweise sehr hohen Parkdrucks, was auch ein Gutachter bestätigt hat. Die Elisabeth-Gruppe - Betreiberin der Klinik - weigerte sich bisher, ein Parkhaus an dem Standort zu bauen.

Die Stadt schlägt nun vor, aufgrund der unterschiedlichen Nutzer des Parkraums „ein Mischprinzip“ anzuwenden, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Zur Regulierung sollen Parkscheinautomaten mit einer Höchstparkdauer von vier Stunden oder als Alternative Parkdauerbegrenzungen mit Parkscheibe sorgen. Anwohner sollen für 30 Euro im Jahr einen Bewohnerparkausweis erwerben können; für gewerbliche Anlieger soll es auf Antrag Ausnahmegenehmigungen geben.

Bürger: Konzept produziert zwei Verlierer

Aus der Bürgerschaft gibt es bereits verhaltene Kritik. „Es musste sicherlich etwas passieren, doch das Konzept ist nicht der Weisheit letzter Schluss“, sagt Peter Windhäuser, Mitglied der einst im Zuge der Debatte um die Fortschreibung des Nahverkehrsplans gegründeten Bürgerinitiative Süd. Seine erste Einschätzung: Das Konzept produziere zwei Verlierer - nämlich Mitarbeiter des Marien Hospitals sowie Anwohner, die in der Zone in unbewirtschafteten Straßen oder knapp außerhalb der Zone wohnen.

Innerhalb der von der Stadt festgelegten Zone sollen sieben Straßen nicht bewirtschaftet werden, weil sie nicht die Anforderungen für eine Parkraumbewirtschaftung erfüllten. Das sind: die Flottmannstraße (ab Lutherstraße bis Jahnstraße), die Eiselenstraße, die Anna-Luisen-Straße, die Althoffstraße, die Bachstraße, die Straße des Bohrhammers, die Jauerstraße und der kleine Hölkeskampring.

Für die Zukunft sieht die Stadt in allen vier Stadtbezirken weiteres „Potenzial“ für eine Parkraumbewirtschaftung. Konkret: im Bereich St. Anna Hospital und an der Rheumaklinik in Wanne, am Eickeler Markt und rund ums EvK in Eickel, im Bereich EvK in Herne-Mitte sowie neuerdings auch in Sodingen. Dort hätten sich die Rahmenbedingungen durch die Umnutzung des ehemaligen Krankenhausstandorts an der Widumer Straße verändert, so Stadtsprecherin Anja Gladisch zur WAZ.

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