Zusammenarbeit

Stadt Herne sucht eine weitere Partnerstadt in China

In Linfen ist die Luft stark verschmutzt. Die chinesische Millionenstadt sucht umweltfreundliche Technologien – und dafür einen Partner im Revier

Foto: AP

In Linfen ist die Luft stark verschmutzt. Die chinesische Millionenstadt sucht umweltfreundliche Technologien – und dafür einen Partner im Revier Foto: AP

Herne.   Herne sucht eine Partnerstadt in China. Dafür liegen schon Anfragen mehrerer Städte vor. SPD und CDU begrüßen Vorstoß.

Herne peilt eine neue Städtepartnerschaft mit einer Stadt in China an. Das sagte Oberbürgermeister Frank Dudda im Gespräch mit der WAZ. Vom Ältestenrat des Rates habe er den Auftrag erhalten, die Fühler in Richtung China auszustrecken – um eine Kooperation, aber auch eine Städtepartnerschaft einzustielen.

An Interessenten an einer Verbindungen fehlt es in China offenbar nicht. Jüngstes Beispiel: Im Rat sagte der OB am Dienstagabend, dass er einen Brief der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erhalten habe. Diese habe ihm mitgeteilt, dass die chinesische Stadt Linfen den Austausch mit einer Ruhrgebietsstadt suche. Die Vier-Millionen-Einwohner-Metropole sei durch die Montanindustrie geprägt und befinde sich in einem tiefgreifenden Modernisierungsprozess. Herne, so die GIZ, sei als Innovation City Ruhr ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Strukturwandel erfolgreich und nachhaltig gestaltet werden könne – und dadurch ein potenzieller Partner für Linfen.

Mehrere Treffen mit Offiziellen sind geplant

Der Oberbürgermeister nennt das Angebot einer Kooperation mit Linfen, etwa auf wirtschaftlicher Ebene, interessant; eine Kooperation könne er sich vorstellen. Bei einem Treffen mit dem Vizebürgermeister, geplant für August in Herne, könne man Details besprechen.

Laut Dudda gibt es weitere potenzielle Partner. So habe Lianyungang sogar das Angebot einer Städtepartnerschaft unterbreitet. Die Wanne-Herner Eisenbahn hat bereits einen Güterzug in die fünf Millionen Einwohner große Metropole geschickt. Und: Auch Sanmen, 400 000 Einwohner stark, habe Interesse an einer Städtepartnerschaft; im Oktober komme eine Delegation nach Herne.

OB: Idealfall wäre Stadt an der Seidenstraße

Herne wolle nun ausloten, welche Städte für welche Art von Partnerschaft in Frage kämen, sagt Dudda. In Linfen etwa ist die Umwelt, darunter auch die Luft, besonders stark verschmutzt, dort ist der Bedarf an moderner Umwelttechnologie groß. Sanmen dagegen gelte landschaftlich als hochattraktiv. Herne sei Innovation City, teste emmissionsfreie City-Logistik und E-Mobilität; da müsse man schauen, welche Stadt wie zu Herne passe. Im Idealfall sollte sie an der Seidenstraße liegen, die Bahnverbindung zwischen West und Ost gewinne immer mehr an Bedeutung gerade für die Wirtschaft, sagt Dudda.

SPD-Fraktionschef Udo Sobieski hält eine Partnerschaft mit China für sinnvoll: „Das begrüßen wir.“ Ähnlich äußert sich CDU-Fraktionschefin Bettina Szelag. Angesichts der wirtschaftlichen Lage in Herne könnten Partnerschaften die Wirtschaft vor Ort stärken, sagt Szelag.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik