Gesundheitswesen

St. Elisabeth schafft in Börnig 400 neue Ausbildungsplätze

Die Vermessung der Baby-Welt: Hebammen in der Ausbildung. Die St. Elisabeth Gruppe will in Börnig auch Hebammen ausbilden. Dafür muss das bisherige Bebauungsplanverfahren für die Widumer Höfe ergänzt werden. 

Die Vermessung der Baby-Welt: Hebammen in der Ausbildung. Die St. Elisabeth Gruppe will in Börnig auch Hebammen ausbilden. Dafür muss das bisherige Bebauungsplanverfahren für die Widumer Höfe ergänzt werden. 

Foto: Waltraud Grubitzsch, dpa

herne.   100 Hebammen und 300 Krankenpfleger will die St. Elisabeth Gruppe in Börnig zusätzlich ausbilden. Das stößt in der Politik auch auf Bedenken.

Die St. Elisabeth Gruppe legt am Standort Börnig noch eine kräftige Schüppe drauf: Auf dem geplanten Ausbildungscampus Widumer Höfe will der Krankenhaus-Betreiber die Zahl der dort auszubildenden Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger von 300 auf 600 verdoppeln. Damit nicht genug: Außerdem sollen an diesem früheren Standort des Marien Hospitals 100 Hebammen ausgebildet werden.

Das kündigte Gruppen-Geschäftsführer Theo Freitag am Mittwochabend in der Bezirksvertretung Sodingen an. Hintergrund: Wegen der Erweiterung der Pläne auf dem Börniger Areal muss das Bebauungsplanverfahren ergänzt werden. So soll beispielsweise für die zusätzlichen Auszubildenden ein vierstöckiger Anbau errichtet werden.

Ausbildung soll Fachkräftemangel vorbeugen

„Wir wollen den drohenden Fachkräftemangel durch Ausbildung abfangen, nicht durch das Anwerben von Fachkräften im Ausland“, so der Geschäftsführer. Bisher hätten die Kliniken der Gruppe auch dank der eigenen Krankenpflegeschule alle offenen Stellen gut besetzen können, so Freitag am Donnerstag auf Anfrage der WAZ. Aber: Es dauere inzwischen länger, bis eine Stelle besetzt werden könne. Auch die Hebammen hätten nach ihrer Ausbildung gute Chancen, in der St. Elisabeth Gruppe einen Job zu finden.

In den drei Geburtskliniken der Gruppe – Marien Hospital Herne und Witten, St. Anna Hospital – arbeiteten zurzeit 50 Hebammen. Im Jahr 2017 seien dort 3900 Kinder zur Welt gekommen, so Freitag.

Zusätzliche Parkplätze sind nötig

Und warum muss die Gruppe mitten im Verfahren umsteuern und bei der Planung nachbessern? St. Elisabeth begründet dies mit der jüngst erfolgten Verbesserung der Rahmenbedingungen für Ausbildungsträger.

Im Bezirk wurde deutlich, worin (weiterhin) das Konfliktpotenzial besteht: Die Nachfragen von SPD und CDU zielten fast ausschließlich auf die Parkplatzsituation. SPD-Bezirksfraktions-Chef Ernst Schilla betonte, dass nach seiner Einschätzung die bisher ermittelte Zahl der Stellplätze von 66 bei Weitem nicht ausreiche in diesem dicht besiedelten Gebiet. Die Parkplatzkapazität müsse nun auf jeden Fall erweitert werden, sagte Theo Freitag. Konkrete Zahlen könne er aber derzeit nicht nennen; die Untersuchung des beauftragten Gutachters sei noch nicht abgeschlossen.

Auf dem 27.000 Quadratmeter großen Areal sollen neben dem Ausbildungscampus ein Pflegeheim für 80 Bewohner, 24 Tages- und Kurzzeitpflegeplätze sowie 48 Plätze in Wohngruppen geschaffen werden. Die Investitionssumme lag zunächst bei 23 Millionen Euro. Durch den Ausbau der Ausbildungskapazitäten investiere die Gruppe weitere 6,3 Millionen Euro, so Freitag.

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