Jugendtheater

„Spielarten“-Festival setzt in Herne auf ein junges Publikum

„Das platte Kaninchen“ spielt das Consol Theater Gelsenkirchen am ersten Festivaltag. Angesprochen sind Kinder ab vier Jahren.

„Das platte Kaninchen“ spielt das Consol Theater Gelsenkirchen am ersten Festivaltag. Angesprochen sind Kinder ab vier Jahren.

Foto: Martin Möller

Herne.  Zum siebten Mal sind vom 18. bis 22. November in den Flottmann-Hallen Theaterstücke für Kinder und Jugendliche zu sehen. Es gibt noch Karten.

Kinder- und Jugendtheater macht Spaß und bildet. Dieser Überzeugung ist die Stadt Herne, die auch in diesem November ausgewählte Stücke für ein junges Publikum zeigt. Eine Woche lang, vom 18. bis zum 22. November, werden sie im Rahmen des „Spielarten“-Festivals in den Flottmann-Hallen aufgeführt. Angesprochen sind diesmal besonders Kindergarten- und Vorschulkinder.

Fünf Stücke für Herne ausgesucht

Gabriele Kloke aus dem Fachbereich Kultur hat fünf Stücke für Herne ausgesucht, aus einem Pool von zwölf Produktionen, die eine Jury für festivaltauglich befunden hat. Jedes Jahr werden 40 bis 50 Bewerbungen aus Nordrhein-Westfalen eingereicht. Auch eine Herner Produktion war bei den ausgewählten Stücken, „Besuch aus Tralien“. Doch die noch auf dem Flyer angekündigten Vorstellungen des Theater Kohlenpott fallen aus, da eine beteiligte Schauspielerin schwanger ist.

Los geht es am Montag, 18. November, mit „Das platte Kaninchen“ vom Gelsenkirchener Consol Theater, für Kinder ab vier. Mit „philosophischem Augenzwinkern“ wird von Mitgefühl und Respekt erzählt: Was tun mit einem platten Kaninchen auf der Straße, fragen sich Ratte und Hund. In „Mission Laika“ (ab sechs) startet eine Weltraummission auf der Suche nach der Hündin Laika, die als erstes Lebewesen die Erde umkreiste (Dienstag, 19. November). Das Bonner Theater Marabu hat die Geschichte humorvoll inszeniert.

An die Bergbauzeit führt am Mittwoch, 20. November, „Glück Auf! Von ObenDrüber und UntenDrunter“ heran. Das Stück von Wilde Hummel und HalloDu Theater aus Bochum für Kinder ab sechs sei auch gut im Unterricht nachzubereiten, so Gabriele Kloke.

Politische Botschaft beim Agora Theater

Ein poetisches Stück mit Geigerin zeigt das Kölner theater monteure: „meins wird deins“ (21. November) komme mit relativ wenig Sprache aus, so Gabriele Kloke, und eigne sich deswegen auch für Kleinere und Kinder die nicht so gut Deutsch könnten. Es geht ums Teilen. Für Ältere gedacht ist dagegen „Hannah Arendt auf der Bühne“. Das Agora Theater, eine deutschsprachige Truppe aus dem belgischen St. Vieth, thematisiert für Schüler und Schülerinnen ab zehn Jahren als „Spiel im Spiel“ die Flucht der Jüdin Hannah Arendt (22. November).

Alle Vorstellungen beginnen um 10 Uhr in den Flottmann-Hallen. An jede schließt sich ein Nachgespräch mit den Schauspielerinnen und Schauspielern an, in der Fragen gestellt werden dürfen, auf Wunsch auch eine Vorbereitung. Theaterpädagogisches Material kann angefordert werden. Für Gabriele Kloke leistet das Festival einen Beitrag zur kulturellen Bildung. „Gerade das Theater eröffnet andere Welten, die man im Schulalltag nicht hat“, sagt sie. Es sei wichtig, „die Schule zu verlassen und andere Bildungsorte aufzusuchen“.

Zusätzlich zu den Aufführungen gibt es einen zweistündigen (Tanz-)Theater-Workshop für Multiplikatorinnen. Die Theaterpädagogin Carina Langanki bietet ihn am Montag, 18. November, um 17.30 Uhr kostenfrei in den Flottmann-Hallen an.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben