Muskelatrophie

Spendenaktion in Herne: Der kleine Eymen (1) ist verstorben

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Eymen litt seit Geburt unter der seltenen spinalen Muskelatrophie Typ 1. Nun ist der kleine Junge aus der Türkei verstorben.

Eymen litt seit Geburt unter der seltenen spinalen Muskelatrophie Typ 1. Nun ist der kleine Junge aus der Türkei verstorben.

Foto: Familie Baran

Herne.  Viele Hernerinnen und Herner beteiligten sich an der Spendenaktion für den schwerkranken Eymen Baran aus der Türkei. Nun ist Eymen verstorben.

Kaum zwei Monate ist es her, dass Familie und Freunde des kleinen Eymen zu einer Spendenaktion aufriefen, um dem Einjährigen eine teure, aber lebensrettende Behandlung zu ermöglichen. „Mein Name ist Eymen Baran, ich bin ein Jahr alt und bin mit der Krankheit SMA Typ 1, die sogenannte spinale Muskelatrophie, am 19. September 2020 auf die Welt gekommen. Ich werde mit maschineller Hilfe beatmet und künstlich ernährt.“ Mit diesen Worten stellt eine Familie ihren kleinen Sohn vor. Nun hat der Einjährige den Kampf gegen die seltene Krankheit verloren. Am 19. November ist Eymen Baran für immer eingeschlafen.

„Ich möchte mich bei jedem Einzelnen für die ganzen Spenden bedanken“, sagt Yasin Kiciman, der die Spendenaktion in Herne vorantrieb (wir berichteten). Er versichert allen Spendern, dass die gesammelten Gelder trotzdem an schwerkranke Kinder gehen: „Das bislang gespendete Geld wird unter zwei Kindern aufgeteilt, die ebenfalls an SMA Typ 1 erkrankt sind.“ Das Medikament, welches Kinder mit dieser seltenen Krankheit heilen kann, heißt „Zolgensma“ und wird nur in bestimmten Ländern verabreicht, darunter die USA. Die Behandlung kostet rund 2,4 Millionen Euro. 200.000 Euro waren bislang für Eymens Behandlung zusammengekommen.

Herner war als Kind selbst schwer erkrankt

Yasin Kiciman will sich weiter für Kinder mit dieser schweren Krankheit einsetzen und weiterhin Spenden sammeln. „Ich möchte versuchen, in der Gesellschaft ein Zeichen zu setzen“, betont er. „Und selbst wenn wir nur einem Kind helfen können, möchte ich zeigen, dass wir alle zusammen betroffenen Kindern das Leben zurückgeben können.“ Der 29-Jährige ist selber Vater und kann nur erahnen, wie schwer diese Situation für die betroffenen Eltern ist.

Darüber hinaus war Yasin Kiciman, der als Sicherungsposten für die Deutsche Bahn arbeitet, als Kind selber schwer krank und weiß, was seine Familie durchgemacht hat. Wer ihm helfen möchte, oder Fragen zu dieser Spendenaktion hat, kann Yasin Kiciman unter 01573 82 56 802 erreichen.

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