Holsterhausen

SPD-Versammlung: Kontroverse über Zukunft des Horststadions

Für den Erhalt des Horststadions: Auch Moritz (mit Zeichnung) und Mini-Kicker von Arminia Holsterhausen kamen zur SPD-Zukunftswerkstatt ins Heinz-Westphal-Haus. Fotos:Rainer Raffalski

Für den Erhalt des Horststadions: Auch Moritz (mit Zeichnung) und Mini-Kicker von Arminia Holsterhausen kamen zur SPD-Zukunftswerkstatt ins Heinz-Westphal-Haus. Fotos:Rainer Raffalski

herne.   Die Zukunft des Horststadions wurde bei einer Veranstaltung der SPD kontrovers diskutiert. Konsens gab es dagegen bei zwei anderen Vorhaben.

Horststadion, Heinz-Westphal-Haus, Quartierspark Klosterstraße – über diese „drei Big Points“ wolle die SPD mit den Bürgern reden, sagte Ratsfraktions-Chef Udo Sobieski am Mittwochabend zur Begrüßung bei der „Zukunftswerkstatt“ seiner Fraktion zum Motto „Holsterhausen gestalten“. Vor 190 Bürgern im rappelvollen Saal des Heinz-Westphal-Hauses an der Dorstener Straße ging es aber zunächst nur um einen Punkt: die Zukunft des Horststadions.

Am Ende der eineinhalbstündigen kontroversen Debatte erklärte Sobieski: „Es wird keine Entscheidung gegen den Willen der Bürger und des Vereins geben.“ Er sei zuversichtlich, dass das Horststadion erhalten bleibe. Für Beruhigung sorgte dies nicht: Zahlreiche Bürger und Vertreter des Vereins Arminia Holsterhausen befürchten, dass die Anlage ohne den Bau eines Kunstrasens vor dem Aus steht.

Sobieski: Es gibt keine Vorentscheidung

Sobieski, auch SPD-Ratsherr für Holsterhausen, betonte, dass es keine Vorentscheidung gebe. Der wegen neuer Entwicklungen und des Widerstands in der Bevölkerung erfolgte Ratsbeschluss besage, dass bis 2020 im Horststadion entgegen früherer Pläne nichts passieren werde. Dann werde die Politik unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren erneut beraten und beschließen. In der mittelfristigen Haushaltsplanung seien zudem 327 000 Euro für die dringend notwendige Sanierung der Anlage eingestellt.

„Ein Kunstrasenplatz lässt sich davon nicht finanzieren. Der kostet zurzeit rund 600 000 Euro“, räumte Sportdezernent Johannes Chudziak auf Nachfrage ein. Und: Wenn ein Kunstrasen verlegt würde, müsste auch die von vier Schulen und zahlreichen Freizeitsportlern genutzte Aschenlaufbahn erneuert werden beziehungsweise ebenfalls einen Kunststoffbelag erhalten: „Asche und Kunstrasen – das verträgt sich nicht.“ Die Gesamtkosten für Kunstrasen und Laufbahn bezifferte er mit bis zu zwei Millionen Euro.

„Wir sitzen das aus“ – so kämen die Aussagen von Politik und Verwaltung bei den Holsterhauser Bürgern rüber, sagte Rolf Bremer, Sprecher der Bürgerinitiative Horststadion Holsterhausen. Was damit konkret gemeint ist, machten zwei Mitglieder von Arminia Holsterhausen deutlich. Ein Jugendlicher berichtete, dass sich junge Kicker immer mehr Vereinen mit Kunstrasen zuwendeten. Ohne diesen Standard „können wir zumachen“, sagte er. Und der frühere Club-Vorsitzende Jürgen Göb berichtete, dass wegen der starken Kunstrasen-Konkurrenz im Umfeld des Horststadions von einst 14-Arminia-Teams mittlerweile nur noch sieben Mannschaften übrig geblieben seien.

Auch als Grünfläche von Bedeutung

Zahlreiche Bürger sowie BI-Vertreter brachen eine Lanze fürs Horststadion. Dieses sei unverzichtbar und das „Herz des Stadtteils“. Auch als Grünfläche werde die Anlage benötigt. „Wir brauchen beides: Laufbahn und Fußballplatz“, sagte SPD-Chef Heinrich Schmidt. Er appellierte an die Bürger, der Politik „Zeit zu geben“. Die Linke-Stadtverordnete Klaudia Scholz forderte die Stadt dazu auf, nach neuen Fördertöpfen zu suchen.

SPD will Stadtteilzentrum für Holsterhausen

Viel Lob und große Zustimmung gab es bei der Veranstaltung der SPD-Ratsfraktion für die Pläne, das Heinz-Westphal-Haus zu einem zentralen Treffpunkt im Stadtteil zu machen. „So etwas fehlt in Holsterhausen“, sagte Fraktions-Chef Udo Sobieski.

Es sei Anspruch der SPD, dieses Ziel in dem früheren Jugendzentrum mittelfristig zu erreichen. Erste „zarte Verbesserungen“ seien in dem vor allem vom Verein Pottporus genutzten Haus bereits durchdiverse Modernisierungsarbeiten erreicht worden.

Um eine Sanierung und einen Umbau finanzieren zu können, seien mehrere Bauabschnitte nötig, erklärte Klara Fürtges, Leiterin des Gebäudemanagements. Zunächst müsse man aber mit Bürgern eine Struktur für die Nutzung entwickeln. Die SPD kündigte an, darüber Gespräche führen und Arbeitsgruppen bilden zu wollen.

Positive Signale gab es für die Errichtung eines „Quartierspark Klosterstraße“. Wie berichtet, ist der Antrag der Stadt auf Fördermittel des Landes 2017 abgelehnt worden. Die CDU Herne hatte jüngst nach einem Gespräch mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach darauf hingewiesen, dass es beim Land einen neuen Fördertopf für derartige Maßnahmen gebe.

Die Herner Verwaltung arbeite nun mit „Hochdruck“ daran, bis zum Ende der Antragsfrist am 28. Juni ein Konzept beim Land einzureichen, so Baudezernent Karlheinz Friedrichs. Holsterhausen warte „schon viel zu lange“ auf diesen Quartierspark. Das konnten ältere Bürger bestätigen: Schon vor mehr als 20 Jahren sei davon die Rede gewesen, hieß es.

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