Bezirksvertretung Sodingen

SPD erneuert Ruf nach Auflagen für Treibjagden in Herne

Das Thema Treibjagd treibt die Politik in Sodingen noch immer um.

Das Thema Treibjagd treibt die Politik in Sodingen noch immer um.

Foto: Michael May

Herne.   Die SPD hat im Bezirk Sodingen strengere Auflagen für Treibjagden gefordert. Auch ein Neubau an einer Grundschule treibt die Bezirkspolitiker um.

Mit der Zukunft der Grundschulen, der Treibjagd im Volkspark und dem Wohnprojekt im Weltkriegsbunker haben sich am Mittwoch die Mitglieder der Bezirksvertretung Sodingen befasst.

Treibjagd

Die Treibjagd im Sodinger Volkspark beschäftigte nun auch die Bezirkspolitik. SPD-Fraktions-Chef Schilla erhob eine „Minimalforderung“: Die Jäger sollten dazu aufgefordert werden, Treibjagden bei der Polizei und den städtischen Ordnungsbehörden anzumelden und möglichst über die Presse auch die Öffentlichkeit zu informieren. Wie berichtet, war dies bei der von Bürgern kritisierten Treibjagd im Februar nicht der Fall gewesen.

„In Nachbarstädten klappt dies besser“, sagte Schilla. Noch besser wäre es laut SPD, sogenannte befriedete Bezirke auszuweisen, die nur bei Bedarf zum Jagdgebiet erklärt werden. Ob Jäger solche Verträge unterschreiben würden, müsse man sehen, erklärte Stadtgrün-Chef Heinz-Jürgen Kuhl. Der gültige Vertrag für die in Herne gegründete Jagdgenossenschaft laufe erst im März 2024 aus. Die Stadt habe über die Jagdgenossenschaft ihre Flächen an Jäger verpachtet, die dort die gesetzlich vorgeschriebenen Eingriffe in den Wildbestand vornähmen. Personell wäre man nicht in der Lage, diese Aufgabe selbst zu übernehmen, so Kuhl.

Malte Lütjens, parteiloser Bezirksverordneter und Jäger, appellierte an die SPD, die Angelegenheit nicht so hoch zu hängen. Es gehe um maximal zwei Ereignisse im Jahr. Und: Jäger seien verantwortungsbewusst und nähmen den Schutz der Bevölkerung sehr ernst. Seines Wissens sei in den vergangenen 50 Jahre in Herne nie etwas passiert. Darauf hatte zuvor auch der Stadtgrün-Chef Kuhl verwiesen.

Grundschulen

Die Situation der Grundschulen im Bezirk Sodingen sei etwas entspannter als in Wanne und in Herne-Mitte, erklärte Detlef Rüter vom Fachbereich Schule. Bedenken meldete die SPD trotzdem an - und zwar hinsichtlich der vorläufigen Pläne für einen Neubau für den Offenen Ganztagsbereich (OGS) der Max-Wiethoff-Schule in Sodingen. Sie seien „erschrocken“ über die Größe des auf dem Schulhof geplanten zusätzlichen Gebäudes, erklärte SPD-Fraktions-Chef Ernst Schilla und sprach von einer „Flächenverschwendung“. Den Vorschlag der Sozialdemokraten, zwei- statt einstöckig zu bauen, wies die Verwaltung zurück. So führte Michael Schulz vom Gebäudemanagement unter anderem an, dass das Einsparpotenzial bei einer solchen Alternative nicht sehr groß sei, weil zusätzlich Treppenhäuser und ein Aufzug eingeplant werden müssten. Durch die Änderung des Beschlussvorschlags der Verwaltung fiel der Beschluss am Ende doch noch einstimmig aus: Die finalen Baupläne für das zu errichtende Gebäude müssen der Bezirksvertretung noch einmal zur Abstimmung vorgelegt werden.

Bunker

Großes Lob von allen Seiten gab es für das von Investor Gerd Hansen (Archy Nova) in der Bezirksvertretung vorgestellte ökologische Bauprojekt „We-house“ im Sodinger Bunker. SPD-Mann Schilla fühlte sich angesichts der Pläne an einen „Science-Fiction-Roman“ erinnert und bewertete das Vorhaben kurz und bündig mit: „Schön!“ Ein Bürger sprach von einem „Leuchtturmprojekt“. Bezirksbürgermeister Mathias Grunert bescheinigte Hansen: „Sie bewegen Sodingen.“ Und CDU-Fraktions-Chef Hermann Weidenbach zollte dem Investor „Respekt“. Sorgen der SPD, dass auf dem Platz am Bunker Stellplätze für Autos wegfallen könnten, räumte Hansen aus. Die Nutzung dieses Bereichs sei zurzeit sehr ineffizient, sagte er. Selbst wenn er auf dem Platz einen Garten für die Bunker-Bewohner sowie vielleicht einen Bereich für Kunst anlegen würde, könnte durch eine neue Aufteilung die Zahl der Stellplätze von derzeit 46 auf 55 erhöht werden. Er werde der Stadt Vorschläge unterbreiten, die „im Interesse aller“ wären.

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