Feuer

So geht es Herner Dachdecker nach Lagerhallen-Großbrand

Martin Diekmann (rechts), Geschäftsführer des Dachdeckerbetriebes in Herne, und sein Meister Andrej Halle stehen vor den Resten der Lagerhalle, die bei einem Feuer vollständig zerstört wurde.

Martin Diekmann (rechts), Geschäftsführer des Dachdeckerbetriebes in Herne, und sein Meister Andrej Halle stehen vor den Resten der Lagerhalle, die bei einem Feuer vollständig zerstört wurde.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Herne.  Ein Großbrand hat die Lagerhalle des Dachdeckers Diekmann in Herne zerstört. Aufgeben ist für ihn keine Alternative. Das sind seine Pläne.

Eine Woche nach dem Großbrand in der Lagerhalle der Dachdecker-Firma Diekmann in Herne sind die Spuren, die das Feuer hinterlassen hat, noch deutlich zu sehen. Von der Halle ist fast nichts übrig geblieben: Das verbrannte Dach hängt gewellt über den letzten Resten der Wände; auf dem Gelände liegen Asche und Dreck – die letzten Spuren eines Autos lassen sich nur erahnen.

Der Brand, der durch explodierende Gasflaschen ausgelöst worden ist, hat einen Schaden verursacht, dessen Höhe Geschäftsführer Martin Diekmann auf „eine Million plus x“ beziffert. Geräte, Materialien, ein Mobilkran, Metallverarbeitungsmaschinen: All das ist dem Brand zum Opfer gefallen. Doch es hätte noch viel schlimmer enden können, weiß Diekmann, der seit über 30 Jahren selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig ist.

„Was die Einsatzkräfte hier geleistet haben, ist ganz groß. Sie haben unseren vollsten Respekt“, sagt Diekmann. Denn sowohl das Verwaltungs- als auch das Wohngebäude nebenan sind verschont geblieben. „Die Feuerwehr hat gemerkt, dass die Halle nicht mehr zu retten ist“, so Diekmann. „Deswegen haben sie alles gegeben, um die anderen Gebäude zu schützen – mit Erfolg.“

Dachdecker bekommt viel Unterstützung von Kollegen

Dies habe ihm und seinem Bruder Peter Diekmann schon in der Nacht des Brandes die Motivation gegeben, nicht in Schockstarre zu verfallen, sondern über die Zukunft nachzudenken. Auch die Unterstützung, die das Familienunternehmen durch Kollegen und andere Dachdecker-Firmen erhalten habe, sei sehr motivierend gewesen.

Bereits am nächsten Morgen hätten sie zwei Fahrzeuge von anderen Unternehmen erhalten, so dass schon am Donnerstag, nur einen Tag nach dem Brand, mit den ersten Arbeiten wieder begonnen werden konnte. Die Materialien, die bei dem Brand übrig geblieben sind, werden vorübergehend in einem Schuppen gelagert. „Der Betrieb stand nur an einem Tag komplett still“, so Martin Diekmann.

Das habe auch den 32 Mitarbeitern die Angst und die Verunsicherung genommen. Noch um halb 2 in der Nacht des Brandes habe Diekmann alle Kollegen informiert. „Viele von ihnen hängen emotional sehr an dem Unternehmen.“ Einige von ihnen arbeiteten bereits über 25 Jahre in dem Unternehmen.

Keine finanziellen Verluste für die Mitarbeiter

Durch eine Betriebsausfallversicherung hätten seine Mitarbeiter keine finanziellen Verluste erfahren. Im Gegenteil: „Erst heute hat noch ein neuer Mitarbeiter bei uns angefangen.“ Doch nicht nur die Mitarbeiter hätten Verständnis für die außergewöhnliche Situation gezeigt, so Martin Diekmann, sondern auch die Kunden.

An den zwei geliehenen Fahrzeugen hängen nun Magnettafeln mit der Aufschrift „Restart. Fokus Neustart.“ „Wir wollen allen zeigen, dass wir jetzt Vollgas geben“, sagt Peter Diekmann. „Das gibt vor allem auch den Mitarbeitern Motivation.“ Die Überreste der alten Halle sollen demnächst abgerissen werden, die ersten Gespräche mit Abrissunternehmen liefen bereits. An der selben Stelle soll eine neue Halle gebaut werden, die „nach meiner Planung am besten noch bis Weihnachten fertig wird“, sagt Martin Diekmann. Spätestens in einem Jahr wollen die Brüder auf dem Hof stehen und sagen können: „Es war eine scheiß Zeit, aber jetzt scheint wieder die Sonne.“

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