Modellprojekt

Smart Cities: Herne will an Millionen-Projekt teilnehmen

Wer nutzen die neuen E-Tretroller? Und auf welchen Strecken? Auch das könnte in dem Modellprojekt erforscht werden.

Wer nutzen die neuen E-Tretroller? Und auf welchen Strecken? Auch das könnte in dem Modellprojekt erforscht werden.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Herne.  Die Stadt Herne will sich an dem Modellprojekt „Smart Cities“ beteiligen. Dabei winken mehrere Millionen Euro. Was dahinter steckt.

Die Stadt will sich an einem Modellprojekt „Smart Cities“ beteiligen, mit Dortmund, Witten und Schwerte. Ziel sei es, digitale Daten zu vernetzen und zwischen den Kommunen auszutauschen, sagte Oberbürgermeister Frank Dudda. Über sieben Jahre könnten bei einer Zusage 17,5 Millionen Euro in die beteiligten Städte fließen, auf Herne würden 4,9 Millionen Euro entfallen.

Der OB spricht von einem großen Projekt: „Wir gehen richtig mutig voran“, sagte er zuletzt im Haupt- und Personalausschuss. Durch das Modellprojekt, so Dudda, könnten die Digitalisierungsmaßnahmen der Stadt auf „eine dritte Ebene“ gestellt werden. Aktuell sei man bei der zweiten: So arbeitete die Stadt unter anderem an einer Konzern-App und baue E-Government – also Verwaltungsvorgänge, die Bürger übers Internet erledigen können – aus.

Institut Ruhr Valley könnte sich beteiligen

In einem nächsten Schritt sollen Daten dann vernetzt und mit anderen Kommunen ausgetauscht werden. Als Beispiel nannte der Oberbürgermeister Daten, die für Verkehrsströme genutzt werden. Eine Idee wäre es, die Bewegungsmuster des Elektroroller-Verleihers „Circ“ auszuwerten, der nun von Herne aus im Ruhrgebiet an den Start gehen will, und diese mit Bewegungsmustern von Bus & Bahn abzugleichen.

Daraus könnten moderne Mobilitätskonzepte entwickelt werden. Auch die Forschungseinrichtung Ruhr-Valley, die in der Akademie Mont Cenis seit kurzem auch mit einem Stiftungsprofessort an der Mobilität der Zukunft forscht, könnte ins Boot geholt werden. Noch freilich liegt vieles im Dunkeln, auch die städtische Vorlage geht über die Absichtserklärung (noch) nicht hinaus.

An diesem Dienstag entscheidet der Rat

Gibt es grünes Licht, soll es konkreter werden: Geplant sei zunächst die Entwicklung einer interkommunalen Smart-City-Strategie über zwei Jahre. Eingebunden werden sollen dabei auch die Themen Stadtentwicklung, öffentliche Sicherheit und Gesundheit. Im Anschluss soll die Umsetzung innerhalb von fünf Jahren erfolgen. Wermutstropfen: Die Förderung betrage „nur“ 90 Prozent, Herne müsse knapp 490.000 Euro selbst tragen, so Dudda. Der Ausschuss gab dennoch grünes Licht. „Dadurch“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Volker Bleck, „wird der Haushalt nicht großartig belastet.“ Das letzte Wort hat nun der Rat an diesem Dienstag.

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