Tachokönig

Sigrid Dams Roter Blitz ist äußerst zuverlässig

Sigrid Dams möchte Tachokönigin werden.

Sigrid Dams möchte Tachokönigin werden.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Sigrid Dams fährt einen Nissan Micra mit rund 300 000 Kilometern auf dem Tachometer. Der Kleine hat die Rentnerin noch niemals im Stich gelassen.

Feuerwehrrot ist ihr kleiner Flitzer, und er geht immer noch ab wie die Post, aber nicht schneller als die Polizei erlaubt: Sigrid Dams ist stolz auf ihren „Roten Blitz“, wie sie ihren kleinen Japaner liebevoll nennt. Bald macht der Kleine seine 300 000 auf dem Tacho voll, genau 299 632 Kilometer waren es, als die 67-Jährige das Auto der Redaktion vorstellte.

Sparsames Auto

Der Nissan Micra hat nicht viel Schnickschnack, auch die Motorisierung hält sich mit rund 60 PS weit unterhalb des Sportwagen-Niveaus, aber für Sigrid Dams Zwecke – oder sagen wir besser Ziele – reicht das vollkommen aus. „Bis zur Rente bin ich jeden Tag nach Mönchengladbach zur Arbeit gefahren. Das waren satte 176 Kilometer hin und zurück“, erklärt Sigrid Dams, wie eine derart stattliche Zahl von Kilometern auf den Tacho des knapp 14 Jahre alten Autos kommen konnte. Die Rentnerin arbeitete als OP-Schwester in einem Krankenhaus, derweil sich ihr Mann um Haushalt und Kinder kümmerte. Inzwischen kutschiert sie auch ihre Enkelkinder mit dem Roten Blitz durch die Gegend, holt sie von der Kita und von der Schule ab oder geht mit ihnen schwimmen, „am liebsten im Copacabackum.“

„Zwei Türen reichen“, sagt sie, für Urlaube sei das Fahrzeug allerdings weniger geeignet. Sigrid Dams schwört auf Nissan, es ist inzwischen ihr dritter. „Er hat 2004 als Neuwagen ziemlich genau 10 000 Euro gekostet“, erinnert sie sich. Ein Auto, das sparsam und zuverlässig ist, will sie fahren. Und das ist ihr auch gelungen. Der Spritverbrauch halte sich in Grenzen, im Stadtverkehr müsse man allerdings bis zu 9,5 Liter pro 100 Kilometer rechnen. Auch beim Thema Reparaturen gibt sich der Micra äußerst bescheiden. „Es ist bislang noch nichts kaputt an dem Wagen. Ich bringe ihn regelmäßig zur Inspektion, musste sogar erst ein einziges Mal die Bremsen erneuern lassen.“ Mit ihrem Sohn, der Kfz-Mechaniker ist, hat sie kompetenten Rat an ihrer Seite, oder besser gesagt: hätte sie. Denn bislang benötigte sie ja noch keine besondere Hilfe außerhalb der regelmäßigen Wartung. Ihr Tipp: „Mein Auto bekommt regelmäßig Ölwechsel.“ Das verlängere die Lebensdauer des Motors, der immer noch kein Öl verbrenne.

Wagen übernachtet in der Garage

Der Nissan hat dazu ein Dach über dem Kopf. „Er steht in der Garage, das hat den Vorteil, dass ich niemals Eis zu kratzen brauche“, erläutert Sigrid Dams. „Bis dass der TÜV euch scheidet“, diese Devise gilt auch für die begeisterte Autofahrerin: „Ich möchte den Micra so lange fahren wie möglich. Und wenn der Motor irgend wann einmal nicht mehr laufen sollte, würde ich zuallererst versuchen, einen Ersatz zu bekommen.“ Ansonsten fahre sie auch jenseits der 300 000 „weiter wie gewohnt“. Weiter, einfach immer weiter.

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