Comedy

Sieben Komikerinnen unterhalten mit ganz eigenem Humor

Lioba Albus als Mia Mittelkötter bei den „Sisters of Comedy“ in Herne.

Lioba Albus als Mia Mittelkötter bei den „Sisters of Comedy“ in Herne.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   „Sisters of Comedy“ spielen zum 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts Auszüge aus ihren Programmen. Politisch sind die wenigsten.

In ganz Deutschland drängte es am Montag die Frauen auf die Bühne. Zum 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts zogen in 28 Städten 163 „Sisters of Comedy“ auf ihre Weise Bilanz. So auch in Herne, wo sechs Solistinnen und ein Frauen-Duo mit „Humor als Reinform des Widerstandes“ ein Zeichen setzen wollten. Dabei waren die Flottmann-Hallen als erster Spielort schon seit Monaten ausverkauft, vermutlich weil das Publikum nach diversen karnevalistischen „Weiberlachnächten“ ein Spitzenprogramm erwartete.

Unterschiedliche komische Genres

Dieses wurde allerdings nicht durchgängig geboten. Man wollte unterschiedliche komische Genres und Komikerinnen unterschiedlichen Alters zum Zuge kommen lassen, das war Programm. Dass dabei auch Qualitätsunterschiede spürbar wurden, mag der Vielzahl der zu bespielenden Veranstaltungen geschuldet sein.

Hohe Professionalität und Witz bewies Lioba Albus in ihrer Rolle als scheinbar hinterwäldlerische Mia Mittelkötter aus dem Sauerland. Dort habe man schon immer von Männern gewusst, die an Frauen „so schäbbich drangegangen sind“. Stichwort „Mäh toh“. Neben lästiger „Hinterherpfeiferei“ und Grapschen auf der Domplatte ließ Mia Mittelkötter die Vergewaltigung in der Ehe nicht unerwähnt, und wer seinerzeit dagegen gewesen sei, sie unter Strafe zu stellen: Friedrich Merz und Horst Seehofer. Solcherart politische Töne waren selten zu hören an diesem Abend, aus dessen Erlös 20 Prozent an Schattenlicht und das Herner Frauenhaus gehen.

Slawische Domina kennt kein Erbarmen

Stark auch Deana Ehrich als Branka B.: tiefe Stimme, slawischer Akzent, knallpinkes Kleid - und kein Erbarmen. Besonders viel Applaus erntete sie als Expertin für Kampfsport, die ihren Partner vom Duo Diagonal mit Tritten und Hieben traktierte.

Über Ex-Freund Sören, einen Hard-Core-Öko, lästerte eine entspannte Vicki Blau. Sabine Bode ließ den Stress der Mutter raus, die bescheuerte Mitmütter ertragen muss. Und Fee Badenius sang über Kompromisse und „Fleisch-Ess-Lust“. Etwas angestrengt improvisierten Piplies & LaMinga über Erdmännchen und Grillzange, während Anja Balzer das Comedy-Format einfach mal verließ. Frauen sollen sich nicht klein machen, war die Botschaft, der Hernerin, die auch als Coach arbeitet - ein ernst gemeinter Appell zum historischen Tag.

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