Kinder- und Jugendarbeit

Sie wollen der Politikverdrossenheit entgegenwirken

„Bibi Buntstrumpf“ ist bei vielen Aktionen mit und für Kinder aktiv. Hier beim Stempeln mit Lara-Sofie (3).

Foto: Olaf Ziegler

„Bibi Buntstrumpf“ ist bei vielen Aktionen mit und für Kinder aktiv. Hier beim Stempeln mit Lara-Sofie (3). Foto: Olaf Ziegler

Herne.   Kinderanwältin Bibi Buntstrumpf und KiJuPa-Chef Armin Kurpanik engagieren sich für das Jugendforum. Am Freitag wird gefeiert - aus diesem Anlass.

Der Jugend von heute wird häufig Politikverdrossenheit vorgeworfen. Nuray Sülü, die unter dem Namen „Bibi Buntstrumpf“ als Kinderanwältin arbeitet, und Armin Kurpanik, der Geschäftsführer des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) in Herne, sind der Meinung, dass dafür die Politik verantwortlich sei. Die beiden arbeiten im Rahmen ihrer Berufe und des gemeinsam im November 2016 gegründeten „Jugendforums“ viel mit den Kindern und Jugendlichen der Stadt zusammen. Am Freitag wird erst mal gefeiert: Das KiJuPa wird 25 Jahre alt.

Der Nachwuchs habe sehr wohl Interesse am Weltgeschehen; die Voraussetzungen für mehr Engagement müssten aber Erwachsene schaffen, bilanzieren sie nach einem Jahr Arbeit im Jugendforum. Politik und Politiker sollten ansprechbarer sein, die Form, in der sie auftreten, verändern. Das Jugendforum findet jeden Montag in Wanne statt. Es ist Teil des 2015 gestarteten Bundesprogrammes „Demokratie leben“. Es richte sich gegen rechtsextreme Gewalt und Menschenfeindlichkeit und soll lokale Partnerschaften stärken.

„Jugendarbeiter“ sind stolz auf ihre Schützlinge

Im KiJuPa sind gewählte Klassen- und Schulsprecher vertreten, in das Jugendforum könne hingegen jeder kommen, auch die eher Unsicheren. „Viele brauchen einfach jemanden, mit dem sie über aktuelle politische Themen reden können. Dem klassischen Erwachsenenweg nach steigt man einfach in eine Partei ein, um sich zu engagieren. Wenn man aber kein Vorwissen oder Erfahrung hat, wie soll man sich da entscheiden?“, argumentiert Nuray Sülü. Eines der schönsten Feedbacks für sie sei die Whats­app-Nachricht eines jungen Mannes gewesen. Dieser sei „planlos im Leben herumgerannt“, so seine Worte, der Austausch in den politischen Jugendgruppen habe ihm letztendlich Halt im Leben gegeben.

Die beiden „Jugendarbeiter“ sprechen überaus stolz und motiviert von ihren Schützlingen, besonders dem harten Kern aus etwa zehn Jugendlichen, der Montagsabends im Forum mitarbeitet, und den 40 Aktiven im KiJuPa. In vielen Städten gibt es Kinder- und Jugendparlamente, es sei aber selten, dass so viele Jugendliche dabei blieben wie vor Ort. „Herne hat ja nicht viel, aber was Kinder- und Jugendarbeit angeht, sind wir Vorreiter“, sagt Armin Kurpanik.

Fünftägige Reise in die russische Partnerstadt Belgorod

Um das zu unterstreichen, erzählen die beiden Mitstreiter von vergangenen und geplanten Projekten, die die Forumsteilnehmer mit „Feuer und Flamme“ umsetzten. Darunter eine fünftägige Reise in die russische Partnerstadt Belgorod, eine Plakataktion gegen Rassismus mit Sprüchen wie „Auch Nazis essen Döner“ und eine Tagung mit allen Landtagskandidaten im Mai.

Letzteres Event bot die Möglichkeit, sich zwischen Schautafeln hin und her zu bewegen und sich hautnah mit Politikern über – vor allem für die Jugend – relevante Themen zu unterhalten – jeweils im Zehn- Minuten-Takt. Es seien alle größeren Parteien eingeladen gewesen und gekommen – mit Ausnahme der AfD.

>> Im Blickpunkt: Feier am 17. November

Das KiJuPa wird 25 Jahre alt und richtet aus diesem Anlass am Freitag, 17. November, zusammen mit Bibi Buntstrumpf eine große Jubiläumsfeier in der Akademie Mont Cenis, ab. Um 15 Uhr soll es losgehen.

Neben einer Party mit Hüpfburg, Zuckerwatte, Impro-Theater und Quiz planen die beiden Kooperationspartner einiges für die Zukunft der Herner Jugend . So auch den Austausch mit Herner Schulen über ein neues, griffigeres Politikunterrichtskonzept, vielleicht in Form einer freiwilligen AG, die besonders kommunalpolitisches vermittelt.

Das möchten wir alles anbieten“, sagt der junge KiJuPa-Leiter. „Und das werden wir“, bekräftigt die Kinderanwältin.

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