Pflege

Seniorenresidenz Curanum Herne feierte 20. Geburtstag

Zum Auftakt der

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Foto: Seniorenresidenz Curanum Herne

Herne.   Die Herner Seniorenresidenz Curanum wird 20 Jahre alt. Manches hat sich geändert: Die Bewohner sind jünger und gehen nicht mehr früh ins Bett.

„Man muss schon ein Herz für den Beruf haben“, sagt Martina Müller. Mehr als 19 Jahre war sie Pflegedienstleiterin, seit August nun Einrichtungsleiterin in der Seniorenresidenz Curanum Herne. Wie sie sind viele Mitarbeiter der ersten Stunde noch im Haus. Auch wenn die Residenz offiziell erst am 1. Oktober 20 Jahre alt wird, feiern Mitarbeiter und Bewohner jetzt schon.

„Es braucht Empathie für unseren Job, Bewohner mal in den Arm zu nehmen, ist ganz normal“, findet Martina Müller. Und so sehen es auch ihre Mitarbeiter. „Wir sind ein eingespieltes Team und haben eine geringe Fluktuation.“ Rund 110 Menschen – darunter aktuell sieben Auszubildende – arbeiten in der Seniorenresidenz, die neben der vollstationären Pflege einen ambulanten Pflegedienst anbietet sowie 115 Appartements betreut.

Bewohnerin der ersten Stunde

Margarete Wörner ist Bewohnerin der ersten Stunde. „Ich bin als Einzige über, was mach’ ich eigentlich noch hier?“, fragt die 97-Jährige und schmunzelt. Die Menschen erkennt sie an den Stimmen, da ihre Augen nicht mehr so wollen. „Ich fühle mich hier sehr wohl.“ Nach wie vor lebt sie in ihrem Appartement, auch wenn sie mehr Hilfe benötigt als noch vor 20 Jahren. „Das ist der große Vorteil“, betont Martina Müller. „Niemand muss seine Wohnung verlassen, nur weil er mehr Pflege benötigt.“

Verändert habe sich in den 20 Jahren vor allem der Verwaltungsaufwand. Für das Qualitätsmanagement müsse alles genau dokumentiert werden. „Ich finde das richtig, damit man alles nachvollziehen kann“, sagt Müller. Allerdings sei die Dokumentation sehr kleinteilig und koste viel Zeit. „Wir würden uns wünschen, dass das kompakter ginge, damit wir mehr Zeit für unsere Bewohner haben.“

Weniger Fixierungen als früher

Ebenfalls geändert habe sich an der Zur-Nieden-Straße in Eickel der Umgang mit den Bewohnern. Während früher häufiger mit Fixierungen gearbeitet worden sei, setze man heute darauf, den Menschen ihre Freiheit zu lassen. Niedrigflurbetten sorgten dafür, dass sich keiner verletze, wenn er mal aus dem Bett fallen sollte. Bei besonders gefährdeten Bewohnern werde zusätzlich eine Matratze vors Bett gelegt. Auch Psychopharmaka würden so gut wie nicht eingesetzt: „Wir gehen auf das Krankheitsbild ein. Ein Demenzkranker verbraucht viel Energie. Deshalb bekommt er auch abends oder nachts noch mal was zu essen.“ Das vermeide die Sturztendenz deutlich.

Die Pflege befinde sich stetig im Wandel. Starre Essenszeiten gebe es nicht und auch keine vorgegebenen Portionen. Die Bewohner würden jünger, manche seien noch in ihren 60ern. Und sie gingen nicht mehr früh schlafen, wie es bei bisherigen Generationen üblich war. „Den Wandel merken wir schon“, erklärt Martina Müller. „Unsere Arbeitszeiten haben wir bereits angepasst.“


>> WEITERE INFORMATIONEN: Die Einzelzimmerquote

Dem neuen Alten- und Pflegegesetz zufolge müssen 80 Prozent der Zimmer in Pflegeeinrichtungen als Einzelzimmer angeboten werden. Die Seniorenresidenz Curanum Herne hatte von Anfang an einen hohen Anteil an Einzelzimmern, so dass nicht viel reduziert werden muss. Trotzdem muss umgebaut werden, damit der Schlüssel passt. Die Maßnahmen sind gerade in Gange.

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