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Schweizer und Herner Anlagen-Spezialisten kooperieren

Laurent Ludwig sieht in Herne viele Chancen für EnergieLink.

Foto: Ralph Bodemer

Laurent Ludwig sieht in Herne viele Chancen für EnergieLink. Foto: Ralph Bodemer

Herne.   EnergieLink aus der Schweiz ist beim Klappen- und Schieber-Spezialisten Steinberg & Kirsch eingestiegen. Das Herner Unternehmen ist Marktführer.

Herne ist ja die Heimat von verschiedenen Hidden Champions - also Unternehmen, die auf ihrem Gebiet bundesweit an der Spitze sind. Wenn nicht sogar darüber hinaus. Einer dieser Meister agierte - zumindest für die breite Öffentlichkeit - derart im Verborgenen, dass er womöglich unbemerkt verschwunden wäre, wenn nicht Schweizer die Herner Nummer Eins für sich entdeckt hätten.

Von vorn: Beim Hidden Champion handelt es sich um die Steinberg & Kirsch GmbH. 1973 von Franz Steinberg als Ingenieurbüro gegründet, entwickelte sich das Unternehmen nach dem Zusammenschluss mit Werner Kirsch zum deutschen Marktführer bei der Entwicklung und Produktion von Klappen und Schiebern. Die spielen in Industrieanlagen, in denen Luft, Gase oder Asche zirkuliert, eine wichtige Rolle. Die Produkte von Steinberg & Kirsch finden sich in Anlagen in ganz Europa. Jede Klappe und jeder Schieber ist eine Einzelanfertigung, die Maße variieren. Klappen für Schornsteine können auch mehrere Meter Durchmesser haben.

Hohe Qualität und Verlässlichkeit

Aus Altersgründen suchte Franz Steinberg vor einiger Zeit Nachfolger. Zum Zuge kam die EnergieLink aus der Schweiz. Die hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit der Revision und Instandhaltung von Kraftwerken oder Müllheizkraftwerken gemacht. Steinberg & Kirsch passe ausgezeichnet zu Energielink, so Geschäftsführer Laurent Ludwig im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. Er schwärmt vom Herner Unternehmen. „Das ist der Mercedes unter den Klappen und Schiebern.“

Zwar habe es für die Nachfolge auch andere Interessenten gegeben, doch die seien lediglich am Knowhow interessiert gewesen. Ludwig will jedoch den Herner Standort und die Produktion, die inzwischen in Selm angesiedelt ist, beibehalten und ausbauen. Dafür soll auch das Personal aufgestockt werden. Zu Jahresbeginn erfolgte die Umfirmierung in EnergieLink Herne GmbH. Den Standort Herne in einer Region mit großen Industrie- oder Energieunternehmen hält Ludwig für ideal. Er sieht auch in Zukunft große Chancen. EnergieLink Herne sei zwar nicht das größte Unternehmen der Branche, aber in der Technologie führend.

Unter anderem bringe die Energiewende einen Schub für das Geschäft, man denke nur an Biogasanlagen. Mit dem Herner Standbein kann das Schweizer Unternehmen auch ein Problem überwinden. Auf Grund des starken Franken ist der Export aus der Schweiz schwer. Aus Deutschland - und damit aus dem Euro-Raum - in alle Welt zu liefern, sei deutlich günstiger. Als potenzielle Regionen hat Ludwig Asien und Indien ausgemacht, aber auch USA, Australien oder arabische Staaten.

Zwar gibt es auch in diesem Bereich einen harten Preiskampf, doch in dieser Hinsicht gibt sich Ludwig selbstbewusst. Chinesische Firmen würden zwar auch Produkte anbieten, doch diese böten eben nicht die Qualität und Verlässlichkeit wie der Hidden Champion aus Herne.

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