Interview

„Schulen haben in der Praxis oft andere Sorgen“

Gefördert durch „Kultur & Schule“ 2018: Ensample an der Realschule Crange.

Gefördert durch „Kultur & Schule“ 2018: Ensample an der Realschule Crange.

Foto: Sabrina Didschuneit / WAZ

Herne.  Dieses Jahr war in Herne das Interesse am Programm „Kultur und Schule“ gering. Markus Leckscheid (Kulturverwaltung) über mögliche Ursachen.

271 Kreativprojekte werden im Schuljahr 2019/20 durch das Landesprogramm „Kultur und Schule“ gefördert. Künstler und Kunstpädagogen aus allen Bereichen von Theater bis Musik gehen ein Schuljahr lang mit einem Projekt in die Schule. Auffällig dieses Jahr: Herne ist schwach vertreten. Die WAZ sprach mit Markus Leckscheid aus der Kulturverwaltung.

1. In Herne sind für das Schuljahr 2019/20 nur zwei Projekte (4880 Euro) bewilligt worden, während z.B. Hamm 15 Projekte gefördert bekommt. Wie ist das zu erklären?

In den Vorjahren hatten wir immer immer um die zehn Einreichungen. Dafür muss sich in den Schulen aber immer jemand finden, der die vielen Formalkriterien prüft. Aber in der Praxis haben Schulen oft andere Sorgen wie Auffangklassen, Schulsanierungen oder Zusammenlegungen. Außerdem bieten wir als Kulturverwaltung viel auf anderen Ebenen an, vom Kulturrucksack und den Kulturstrolchen über Klassik für Kids bis zu Pottporus und dem Theater Kohlenpott. Dazu die vielfältigen Aktivitäten des Museums, der Musikschule, der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs zusammen mit den Herner Schulen. Diese Angebote sind teilweise leichter zu handhaben als Projekte über ein ganzes Schuljahr. Möglicherweise sind die 27,50 Euro pro Stunde für die Künstler, die davon oft auch volle Alters- und Krankheitsvorsorge bestreiten müssen, kein großer Anreiz.

2. Welche Herner Projekte werden gefördert?

An der Erich-Fried-Gesamtschule „Are we human?“, ein HipHop-Tanztheater-Projekt, das ist sehr zeitgemäß. Und an der Max-Wiethoff-Grundschule geht es auch um Tanz, da werden Kinder von sieben bis neun Jahren an Choreografien herangeführt.

3. Müsste man in den Schulen mehr für das Förderprogramm „Kultur und Schule“ werben?

Aktuell befindet sich „Kultur und Schule“ beim Land NRW in der Evaluation. Sobald die Projektbedingungen für das Schuljahr 20/21 vorliegen werde ich noch einmal bei denen nachfragen, die schon mal dabei waren, ob sie sich wieder Bewerbungen vorstellen können. Die Schulen, die das Programm durchgeführt haben, haben eigentlich immer positiv berichtet.

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