Schulanfang

Schulanfang: Herne macht Kinder fit für den Straßenverkehr

Polizeihauptkommissar Frank Heu erklärt Schülern der Klasse 4c, wie das Tempomessgerät funktioniert.  Foto: Rainer Raffalski

Polizeihauptkommissar Frank Heu erklärt Schülern der Klasse 4c, wie das Tempomessgerät funktioniert. Foto: Rainer Raffalski

Herne.  Die Schulanfangsaktion der Verkehrswacht hilft Kindern in Herne, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen. Auch Eltern werden geschult.

Das Auto hält am Straßenrand an der Neustraße an, der Fahrer schaut die Polizisten irritiert an, die links und rechts neben seinem Fahrzeug stehen. Der Fahrer wurde aber nicht angehalten, weil er sich falsch verhalten hat, sondern weil er alles richtig gemacht hat.

Die Schüler der Grundschule Kunterbunt überreichen dem Fahrer deshalb eine selbstgemalte Dankeskarte. Im Rahmen der Schulanfangsaktion, die die Verkehrswacht Wanne-Eickel in Kooperation mit der Polizei, der HCR, der Stadt Herne, dem Kinderliedermacher Volker Rosin und der Dekra durchführt, sollen Kinder und Eltern für den Straßenverkehr sensibilisiert werden.

„Das Laser-Team verteilt Denkzettel, wenn die Fahrer zu schnell sind, aber das ist heute kaum der Fall“, freut sich Siegfried Klein, Leiter der Unfallprävention bei der Polizei Bochum. Vielmehr verteilten die Kinder vor allem ihre Dankeskarten. „Wir haben vorher mit ihnen besprochen, warum wir das machen.“ Manche seien etwas nervös, wenn sie die Autofahrer ansprechen sollen. „Aber sie brauchen keine Angst zu haben, unsere Kollegen leisten ja die Vorarbeit und erklären den Autofahrern, worum es geht.“ Es trauen sich auch fast alle, freut sich Karin Rochon, Klassenlehrerin der 4c. „Wir haben im Unterricht durchgesprochen, was wir heute machen und warum es wichtig ist, den Autofahrern zu danken, dass sie Rücksicht auf uns nehmen.“

i-Dötzchen lernen Schulumgebung kennen

Während die Älteren die Geschwindigkeit der Autos im Blick halten, machen die i-Dötzchen mit den Polizisten des Bezirksdienstes der Wache Herne eine Schulumfeldbegehung. „Beim Fußgängertraining lernen die Kleinen, welche Stellen gefährlich sind und welche nicht“, erklärt Siegfried Klein. Insgesamt gehe es darum, Schüler, aber auch Eltern für das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu sensibilisieren. „Die Kinder erreichen wir spätestens, wenn sie in der Schule sind“, sagt Heinrich Hendricks, 1. Vorsitzender der Verkehrswacht Wanne-Eickel. Schwierig sei es bei Migrantenfamilien: „Sie haben verständlicherweise ein ganz anderes Bewusstsein für den Straßenverkehr. Leider können wir diese Eltern aufgrund der Sprachbarriere auch schlecht erreichen.“ Trotzdem seien Schulen, Polizei und Verkehrswacht bemüht, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Um alle Bereiche abzudecken, gibt es auf dem Schulhof einen Fahrradparcours - die Kinder lernen heutzutage immer später Fahrradfahren, weiß Schulleiterin Monika Müller - sowie vor der Schule die Busschulung der HCR. Hier lernen die Kinder, was der tote Winkel ist und wie sie sich am und im Bus verhalten. Die Verkehrswacht führt traditionellerweise auch wieder den Seh- und Reaktionstest bei den Drittklässlern durch. Auch die Eltern können ihre Reaktionen testen.

Eltern-Taxis nach wie vor ein Problem

„Heute verhalten sich die meisten korrekt, kein Wunder bei so viel Polizei und Verkehrshelfern in gelben Westen“, sagt Siegfried Klein. Wenn die Polizei nicht vor Ort ist, sähe dies anders aus. „Eltern-Taxis sind gerade hier an der Neustraße ein großes Problem“, bestätigt Monika Müller. Die Vernunft sei einfach nicht da und häufiger werde sie unflätig beschimpft. „Dabei ist es das A und O, dass die Kinder lernen, ihren Schulweg alleine zu bewältigen und zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus zur Schule zu kommen.“ Dem Problem Eltern-Taxis versuchen Verkehrswacht und Polizei schon lange Herr zu werden. „Es ist einfach schwierig in den Griff zu bekommen“, bedauert Heinrich Hendricks. „Deshalb setzen wir auf konsequente Aufklärung, auch für Eltern.“

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