Lesung

Sabine Bode widmet sich Familie, Kinder und Gedöns

Witzig: Sabine Bode (47) stellte im Kleinen Theater ihr aktuelles Buch vor.

Witzig: Sabine Bode (47) stellte im Kleinen Theater ihr aktuelles Buch vor.

Foto: Dietmar Wäsche

Herne.   Autorin Sabine Bode hat im Kleinen Theater Herne ihr Buch „Kinder sind ein Geschenk, aber ein Wellness-Gutschein hätt’s auch getan“ vorgestellt.

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Eine Stimme aus dem Off imitiert den Schlagerbarden Herbert Grönemeyer und fordert: „Die Welt gehört in Bodes Hände!“ Angespielt wird dann auf die Herkunft der Autorin, die an diesem Abend ihr aktuelles Buch vorstellt. Doch so wenig Grönemeyer in Bochum geboren wurde, (sondern in Göttingen), so wenig stammt Bode aus dieser Stadt. Sie kam in Recklinghausen zur Welt. Und lebt zurzeit als „Freiwillige“ in Bochum.

„Kinder sind ein Geschenk, aber ein Wellness-Gutschein hätt’s auch getan“ – so lautet der Titel des Buches, mit dem die 47-Jährige einige Erfolge verbuchen kann. 50 Besucher waren am Freitagabend ins Kleine Theater an der Neustraße gekommen, um zu sehen, wie Bode ihr Werk präsentiert. Das tat sie nicht mit sturem Drausvorlesen; sie garnierte ihren Auftritt mit freiem Parlieren.

Das Buch handelt von Kindern, Familie und Gedöns

Hatte die Off-Stimme zu Anfang noch geklagt, Bodes Humor sei abgestanden und fade, kokettierte sie mit dem Postulat gekonnt – ein Teil der Show, ein Pass in den freien Raum, ein Elfmeter ohne Torwart. In der Tat ist Bode – als Person wahrscheinlich ziemlich bodenständig – eine herrlich witzige Autorin mit einer Beobachtungsgabe, die schon an Spionage grenzt. „Wo ist Amnesty International, wenn man als späte Mutti zum Eltern-Kind-Turnen muss?“ Das ist eine der in der Tat erörterungswürdigen Fragen, die Bode aufwirft.

„Kinder, Familie und Gedöns“ – darum gehe es in ihrem Buch, sagte die in Schwarz gekleidete Journalistin in Anspielung auf einen schon fast wieder vergessenen deutschen Politiker. Sie kennt sich aus, hatte sie doch als ehemalige Mitarbeiterin von Zeitschriften wie „Brigitte“ durchaus Kontakt mit dem ganzen Krempel.

Also geht es in der folgenden Zeit um die geplante Schließung von Spielplätzen, was die fatale Folge hätte, dass Hunde keinen Ort mehr zum ... hätten. Und es geht um den Selbstverwirklichungsmut von Eltern, die Kindern bescheuerte Namen geben.

Das ist einer der stärksten Teile des Auftritts. Bode sagt, ganz im Mantel der investigativen Journalistin, sie hätte sich bei der Stadt Herne kundig gemacht, welche Vornamen erlaubt seien und welche nicht. Aber ja, Ben und Mia sind beliebt, nach wie vor. Gähn. Aber Honk und Aragon-Klaus-Dieter gehen auch. Sogar ein Brain Ulrich darf fortan seine Umwelt belehren. Gut, das Anprangern eigenwilliger Namensgebungen ist nicht neu (Johnny Cash: „A Boy named Sue“, 1969), aber es gibt Witze, die längst nicht zu Ende erzählt sind – worüber die vielen Kevins und Chantals – Opfer sozialwissenschaftlicher Untersuchungen – allerdings nur wenig lachen dürften.

Plötzlich ruft der Babysitter an

Dann ruft Bodes Babysitter an: Ja, ja den Kindern geht’s gut. Sie heißen Alf und Rhonda. Ob das jetzt ein Scherz ist? Das Publikum lacht und lächelt in einer Tour. Es schüttelt sich vor Vergnügen und amüsiert sich. Zu Recht. Es ist wunderbar, wie sich Sabine Bode das Thema Kinder – und Eltern – vorknöpft. Das Tolle dabei ist, dass sie sich viele Alltagssituationen gar nicht herbeidenken muss. Die Beobachtung der banalen Realität gereicht zum größten Witz. Große Unterhaltung in einem kleinen, großartigen Haus.

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